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30.07.2009

OB Hager: Bald Impfstoff gegen Schweinegrippe vorrätig

PFORZHEIM. Schon jetzt zu Beginn der Feriensaison ist von täglich mehreren hundert neuen Schweinegrippe-Infektionen in Deutschland die Rede. Das Robert-Koch-Institut rechnet auch in Deutschland mit Todesfällen aufgrund der so genannten „Neuen Grippe“. In Pforzheim rechnet die Stadtverwaltung damit, im Herbst ausreichend Impfstoff für die Bevölkerung vorrätig zu haben.

Oberbürgermeister Gert Hager und Erster Bürgermeister Roger Heidt haben sich bereits mehrfach vom Verwaltungsstab im Pforzheimer Rathaus über die aktuellen Entwicklungen und den Stand der Vorbereitungen berichten lassen. „Zum jetzigen Zeitpunkt können in dieser Gruppe völlig unaufgeregt Fragen abgearbeitet werden, um für einen sich möglicherweise entwickelnden Ernstfall gewappnet zu sein“, erklären Hager und Heidt in einer gemeinsamen Presseerklärung. Das Rathaus stehe im ständigen Kontakt mit dem Gesundheitsamt.

„Niemand kann uns mit Gewissheit sagen, dass die neue Grippe weiterhin so harmlos verläuft wie bisher. Angesichts der unklaren Entwicklung, die die Grippe nehmen wird, wollen wir uns bestmöglich vorbereiten, um dann auch beruhigt in die Sommerpause gehen zu können“, so OB Hager.

Die Vorsorgemaßnahmen der Verwaltung erscheinen nach jüngsten Erkenntnissen nicht ganz unbegründet. Der Leiter der Abteilung für Infektionsepidemiologie am Robert-Koch-Institut (RKI), Gerard Krause, rechnet auch in Deutschland mit Todesfällen aufgrund der Schweinegrippe. Grund dafür seien die deutlich angestiegenen Neuinfektionen. Er schließt darüber hinaus nicht aus, dass in der Bundesrepublik bald ähnliche Zustände bezüglich der Schweinegrippe herrschen wie in Großbritannien.

Allerdings sei Deutschland bestens gerüstet für den Pandemiefall. Die deutschen Pharmaunternehmen seien sogar in der Lage, mehr Impfstoff herzustellen als benötigt werde. „Wir gehen davon aus, dass bis zum Herbst die entsprechenden Mengen an Impfstoff hergestellt sind, um die Bevölkerung dann großflächig schützen zu können“, so Hager. Es bestehe derzeit kein Grund zur gesteigerten Besorgnis, „aber wir verfolgen die Entwicklung der Grippe sehr aufmerksam“, sagt Hager.

Im Pforzheimer Rathaus besteht seit Jahrzehnten ein Verwaltungsstab. Der setzt sich aus unterschiedlichen Mitgliedern der Verwaltung zusammen und wird vom derzeitigen Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung, Wolf-Dietmar Kühn geleitet. Bei den Zusammenkünften geht es um den Schutz der Bevölkerung, um Maßnahmen bei Erkrankungen, um Vorsorge, aber natürlich auch um die Frage was zu tun ist, wenn die Pandemie in Deutschland und dann auch in Pforzheim stärker um sich greift.

Um einer weiteren Ausbreitung der Grippe Einhalt zu gebieten, gibt es bereits einfache Verhaltensvorschläge der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Mehrmaliges Durchlüften von Räumen, gründliches Händewaschen sowie die Vermeidung von größeren Menschenansammlungen können bereits zur Eindämmung des Virus beitragen. Darüber hinaus – so die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts – sollte man möglichst in die Ellenbeuge niesen oder ein Einmaltaschentuch benutzen. Wer Anzeichen von Atemwegsbeschwerden und Fieber bei sich bemerkt, sollte unverzüglich den Arzt aufsuchen.