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Auf den Rängen des Großen Ratssaals verfolgen zahlreiche SVP-Mitarbeiter und Angehörige die Sitzung.
29.09.2015

OB Hager: „Nicht mehr Herr des Verfahrens“ bei Stadtbus-Zukunft

Es geht um die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in Pforzheim, den regionalen Markt für Busdienstleistung insgesamt sowie das Schicksal von 250 Mitarbeitern des Stadtverkehrs Pforzheim (SVP) und deren Familien: In einer emotionalen Sitzung hat der Gemeinderat gestern den aktuellen Stand des Verfahrens diskutiert.

Auf den voll besetzten Rängen im Großen Ratssaal verfolgten auch SVP-Mitarbeiter mit ihren Angehörigen die kontroversen Sichtweisen auf die Überraschung für Verwaltung und weite Teile des Gemeinderats über den Antrag von Regionalbusverkehr Südwest (RVS).

Wie berichtet, will die Bahntochter die städtischen Buslinien nicht, wie vom Rat beschlossen, in einem gemischtwirtschaftlichen Modell, sondern auf eigene Faust betreiben. „Wir sind nicht mehr Herr des Verfahrens“, betonte Oberbürgermeister Gert Hager mehrfach: Die Entscheidung über den RVS-Antrag liege allein beim Regierungspräsidium.

Die allgemeine Überraschung teilte Christoph Schaaffkamp, Geschäftsführer der Berliner Beraterfirma KCW. „Wir waren zum Ergebnis gekommen, dass niemand diese Leistung eigenwirtschaftlich fahren kann.“ Und dann kam RVS – so unerwartet, dass regionale Busunternehmen erst nach Fristablauf mit dem Konsortium PEBus in den Ring stiegen. Auch dessen Teilhaber verfolgten die Debatte.

Hager berichtete aus Gesprächen mit RVS-Geschäftsführer Manfred Hovenjürgen und Bahn-Chef Rüdiger Grube, dass diese die Entscheidung für Pforzheim als Teil eines Strategiewechsels erklären. „Wir sind die ersten in einer Reihe“, so Hager – zumindest, was die gesamte Dienstleistung angeht. Einzelne Linien wurden im Landkreis Esslingen bereits privat vergeben.

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