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Grund zur Freude bei allen "Wasserratten": Das Wartbergbad soll laut Oberbürgermeister Gert Hager in diesem Jahr wieder geöffnet werden. © PZ-Archiv
07.05.2010

OB Hager: Wartbergbad wird im Sommer geöffnet

PFORZHEIM. Das Wartbergfreibad wird im Sommer 2010 geöffnet sein! Das ist das Hauptergebnis eines Treffens im Pforzheimer Rathaus. Und so vermeldet es die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Oberbürgermeister Gert Hager und Erster Bürgermeister Roger Heidt hatten zum „Runden Tisch Wartbergbad“ die Interessengemeinschaft Wartberg-Bad und Vertreter der Bürgerinitiativen geladen.

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Obwohl noch nicht alle Schwierigkeiten bei der Finanzierung der laufenden Kosten und den Ergebnissen der gutachterlichen Untersuchung gelöst sind, machte der Oberbürgermeister eines deutlich: „Wir haben gemeinsam mit der Interessengemeinschaft eine gute Grundlage dafür geschaffen, dass wir jetzt das Wartberg-Freibad am 10. Juli diesen Jahres öffnen können. Wir haben Lösungen, wir haben ein tolles Engagement der Bürger und wir haben Ideen“. Die bestehenden Defizite, die das Gutachten zutage befördert hat, sollen durch ein Provisorium gelöst werden, für das rund 25.000 Euro benötigt werden, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. Oberbürgermeister Gert Hager und Erster Bürgermeister Roger Heidt kündigten zeitgleich eine Konzeption 2010/2020 für die gesamte Bäderlandschaft an.

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„Wir haben jetzt zwei Jahre Zeit gewonnen, um einen Zukunftsplan für das Bad zu entwickeln“, verkündete ein sichtlich erfreuter Oberbürgermeister. In diesen zwei Jahren werden die Themen Betriebssicherheit und Attraktivierung eine wichtige Rolle spielen. Selbstverständlich wird das in der Zukunft mit entsprechenden Investitionskosten verbunden sein. Oberbürgermeister und Erster Bürgermeister haben zudem, so heißt es in der Pressemitteilung der Stadt, den Auftrag erteilt, die gesamte Bäderlandschaft zu untersuchen und die notwendigen Schlüsse daraus zu ziehen. „Ich werde dem Gemeinderat eine Beilage vorlegen, in der ich die Grundlagen beschreibe und gleichzeitig 25.000 Euro Investitionskosten für eine provisorische Lösung für die diesjährige Öffnung bis zum Ende der Sommerferien beantrage“, so der Oberbürgermeister.

Das Gutachten der Ingenieurgesellschaft für technische Ausrüstung (IGP) hat an der einen oder anderen Stelle für leichte Sorgenfalten im Rathaus gesorgt. So heißt es darin, dass die Hygienebeprobungen in den letzten Jahren belegen, „dass die geforderten Hygienewerte dauerhaft auf der Beckenseite mit den Absaugungen während des Badebetriebes nicht eingehalten werden konnten“. Durch das vorhandene hydraulische System im Schwimmerbecken, bei dem das mit Chlor durchmischte Reinwasser auf einer Stirnseite einströmt, könnten nur im ersten Drittel des Beckens die geforderten Chlorwerte gewährleistet werden.

Oberbürgermeister und Erster Bürgermeister haben dazu mehrere Überlegungen prüfen lassen. So liegt mittlerweile eine zweite Nachricht der IGP vor, nach der das Beflutungssystem durch zusätzliche Einströmöffnungen auf den beiden Längsseiten des Beckens ergänzt werden könnte. Damit könnten zusätzlich auf den Längsseiten jeweils rund 75 Kubikmeter pro Stunde zusätzlich in das Becken einströmen, „die Hydraulik würde nachhaltig verbessert werden“, so Erster Bürgermeister Heidt. Rund 25.000 Euro wären für die Rohrleitungen, Einströmdüsen, Rohrschellen, Wanddurchführungen und die anderen technischen Maßnahmen zu bezahlen.

Auch bei den laufenden Kosten kommt Bewegung in die Diskussion. Die Rettung des Wartbergbads ruht seit den Haushaltsberatungen auf der ehrenamtlichen Mitarbeit der Bürger, auf Sponsoren und Spendengeldern und auf den erhöhten Einnahmen an der Schwimmbad-Kasse. 230.000 Euro sollen so unter dem Strich zusammen kommen. 230.000 Euro hat die Stadt bereits bei den Haushaltsberatungen im Haushaltsplan eingestellt. Über die gemachten Zusagen der Interessengemeinschaft hinaus will Oberbürgermeister Hager weitere Möglichkeiten nutzen: Der Einsatz von Ein-Euro-Jobbern werde zwar schwierig, doch der Gesetzgeber bietet mit der so genannten Entgelt-AGH die Möglichkeit, „hier Langzeitarbeitslose einzusetzen – eine wertvolle Unterstützung bei der Einsparung von Personalkosten“, so der Oberbürgermeister. Auch die Möglichkeiten über kurzfristige Kurse Rettungsschwimmer auszubilden, unterstützt das „gemeinsame Ziel, das Wartberg-Freibad dieses Jahr aufzumachen“, so der Rathaus-Chef.

Nachdem mit diesen Ansätzen sich eine Lösung der aktuellen Problematik abzeichnet, dankt der Oberbürgermeister der Bürgerschaft für ihr Engagement, „jetzt allerdings dürfen wir uns nicht zurücklehnen, jetzt gilt es erst recht sich zu engagieren“.