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Großes Interesse: Die Bürgervesammlung zur künftigen Stadtentwicklung hatte über 1000 Menschen ins CongressCentrum gelockt. Jeder war aufgefordert, seine Visionen und Wünsche an seine Stadt zu formulieren. © Seibel
02.02.2011

OB Hager vor 1000 Masterplan-Interessierten: "Wir schaffen das gemeinsam"

PFORZHEIM. Integration, Westtangente, Sauberkeit und Sicherheit: Wichtige Themen kamen bei der Bürgerversammlung mit über 1000 Teilnehmern im CongressCentrum Pforzheim zur Sprache. Sie war der Auftakt zur Umsetzung des Masterplans, der laut Oberbürgermeister Gert Hager und mit Hilfe von Ideen aus der Bürgerschaft das Gesicht der Stadt Pforzheim verändern soll.

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Der Masterplan ist ein Stadtentwicklungs-Konzept, das von Verwaltung, Bürgern und Gemeinderäten in den nächsten zwei Jahren erarbeitet werden soll - und er soll damit die Grundlage für eine Stadtentwicklung in den nächsten 15 bis 20 Jahren sein. Handwerker, Ortschaftsräte, Bürgervereine, und Architekten, Vertreter von Firmen und Banken: Eine breite Bevölkerungsschicht war vertreten.

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Zusammen mit den zwei Bürgermeistern Roger Heidt und Alexander Uhlig sowie sieben Gemeinderäten stand er den Bürgern und SWR-Moderator Matthias Zurawski Rede und Antwort zu einem Verfahren, dass in Sachen Bürgerbeteiligung seines Gleichen in Baden-Württemberg suche.

Hager kam schnell zur wichtigsten Botschaft: „Wir alle zusammen können das, wir schaffen das.“

Und auch bei den Gemeinderäten war Aufbruchstimmung zu spüren. „Wir müssen entscheiden, welche Stadt wir zukünftig wollen“,sagte Grünen-Stadträtin Sybille Schüssler. Dass für die Umsetzung guter Ideen nicht unbedingt Geld vonnöten sein müsse, darüber waren sich alle einig.

Den Bürgern wolle man genau zuhören und sich als Gemeinderat in dem Prozess zurücknehmen, sagte Bernd Zilly von der Fraktionsgemeinschaft Freie Wähler. Und auch SPD-Stadtrat Joachim Rösch sagte: „Es kommt jetzt auf die Bürger an.“ Die hatten schnell die Möglichkeit, sich mit ihren Anregungen zu Wort zu melden.

Für den Bürgerverein Dillweißenstein sprach Helmut Schmitt. In den vergangenen Jahre habe der Stadtteil an Lebensqualität eingebüßt. Er wolle das ewige Thema der Westtangente diskutiert wissen. CDU-Stadtrat Florentin Goldmann verwies auf den vorliegenden Verkehrsentwicklungsplan und die prinzipielle Zusage aus Berlin und Stuttgart, das Projekt umzusetzen.

Weitere Fragen und Anregungen der Bürger zielten in Richtung Stadtsauberkeit, so zum Beispiel auf das Problem der Kaugummi-Flecken in der Fußgängerzone oder der verschmutzten Flußufer, aber auch des Sicherheitsgefühls der Bürger.

Die meisten Wortmeldungen befassten sich mit dem Thema Integration. Jedes Kind solle nach dem Kindergarten gut Deutsch beherrschen, nannte beispielsweise Claudia Baumbusch als ihre Vision, während Martin Ngoumbandjum Probleme von Migrantenkindern in der Schule ansprach und Frank Neubert vom Kommunalen Kino darauf hinwies, dass sich unter den Zuhörern durchaus Vertreter der Migranten befänden, so eine Reihe von Mitgliedern der Deutsch-Türkischen Gesellschaft. Der Masterplan werde als Thema auch dort seinen Weg finden.

Einig waren sich die meisten der anwesenden Stadträte darin, dass der Masterplan und eine generell stärkere Bürgerbeteiligung im Zeichen von Stuttgart 21 Politiker nicht überflüssig mache. Vom Liberalen Dieter Pflaum bis zum Linken Claus Spohn begrüßten sie aber einhellig, dass die Bürger nun gefragt sind.

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