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Peter Boch will am 7. Mai Amtsinhaber Gert Hager schlagen. Fotos: Seibel
Peter Boch will am 7. Mai Amtsinhaber Gert Hager schlagen. Fotos: Seibel
Gespräch am Redaktionstisch: Peter Boch sowie die CDU-Stadträte Marianne Engeser und Florentin Goldmann sitzen den Redakteuren Lisa Belle, Stefan Dworschak, Marek Klimanski und Magnus Schlecht (von links) gegenüber.
Gespräch am Redaktionstisch: Peter Boch sowie die CDU-Stadträte Marianne Engeser und Florentin Goldmann sitzen den Redakteuren Lisa Belle, Stefan Dworschak, Marek Klimanski und Magnus Schlecht (von links) gegenüber.
03.02.2017

OB-Kandidat Boch: „Beim Thema Sicherheit hat Hager nicht viel bewegt“

Seine Partei hatte sich Zeit gelassen, die Kandidatensuche regelrecht inszeniert. Nun soll Peter Boch für die CDU das Rathaus erobern. Im PZ-Interview will der 36-Jährige zeigen, warum er aus seiner Sicht der richtige Mann für Pforzheim ist.

PZ: Wir waren in Epfendorf. Hübsch da. Eine Ortsmitte mit einigen Straßen, die nach einigen hundert Metern aber auch wieder enden. Würden Sie als Großstadtbürger Ihr Kreuzchen beim Bürgermeister von Epfendorf machen?

Peter Boch: Zum jetzigen Zeitpunkt schon über Kreuzchen zu sprechen, wird schwierig sein. Ich möchte die kommenden 90 Tage dazu nutzen, dass die Menschen mich persönlich kennenlernen. Dann bin ich mir sicher, am Ende eine Chance zu haben, dass ein Kreuzchen bei meinem Namen gesetzt wird.

PZ: Wo haben Sie denn heute Herrn Mappus gelassen?

Die nächste Frage wird vermutlich auf den Balletttänzer abzielen (lächelt). Es stimmt natürlich: Ich war in meiner aktiven Polizeizeit auch im Personenschutzkommando der Landesregierung und lernte dabei Stefan Mappus kennen. Was ich heute bin, ist darauf aufgebaut, wie mein Leben bisher verlief. Das ist zum einen natürlich der Balletttänzer, aber auch der Polizeibeamte. Es war damals meine Intention – bevor ich Herrn Oettinger oder Herrn Mappus kennengelernt hatte –, in das Personenschutzkommando beim Ministerpräsidenten zu kommen. Ich wollte als Polizeibeamter unsere staatlichen Institutionen schützen – losgelöst vom jeweiligen Ministerpräsidenten. Ich bin ein eigenständiger Mensch, ein eigenständiger Kandidat. Das möchte ich den Bürgern auch näherbringen.

PZ: Aber auf die Erfahrung von Herrn Mappus würden Sie schon zurückgreifen?

Die Erfahrungswerte, die ein ehemaliger Ministerpräsident vorzuweisen hat, sind von unschätzbarem Wert. Ebenso wie die von anderen Politikern, mit denen ich zu tun hatte. Wenn man an der Sache orientiert ist – und das möchte ich als Bürgermeister und als Oberbürgermeister sein –, muss man die Erfahrungswerte nutzen, die man bekommen kann.

PZ: Herr Hager und Sie setzen gleichermaßen intensiv auf das Thema Sicherheit. Wo kein Unterschied ist, kann man sich kaum profilieren.

Deshalb gilt es, den Unterschied herauszuarbeiten. Ich habe eine klare Vorstellung, wie ich das Thema angehen möchte. Ich stelle mir vor, gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Karlsruhe, der Stadt und der Bürgerschaft eine Anlaufstelle im Rathaus zu implementieren, die mit Polizeibeamten besetzt ist. Das ist ein Konzept, das seit langen Jahren gut in Stuttgart umgesetzt wird. Und ich habe die klare Forderung, dass auch Pforzheim wieder ein eigenständiges Polizeipräsidium bekommt.

PZ: Das möchte Herr Hager auch. Wo setzen Sie weitere Schwerpunkte?

Aber beim Thema Innere Sicherheit hat er acht Jahre nicht viel bewegt: Ein weiterer Schwerpunkt werden in jedem Fall die städtischen Finanzen sein. Zudem ist mir der direkte Kontakt zu den Bürgern wichtig. Ich bin ein sehr offener Mensch, möchte in Kontakt mit der Bürgerschaft kommen – auch in die Stadtteile hinein. Pforzheim besteht nicht nur aus der Innenstadt.

PZ: Was reizt Sie daran, in so einer Pleitestadt zu kandidieren?

Pforzheim hat in der Tat infrastrukturelle Schwierigkeiten und ein Finanzproblem. Aber zum einen bin ich ein Mensch, der Herausforderungen gerne annimmt, und der, wenn er Probleme erkennt, auch nach Lösungen sucht. Zum anderen hat Pforzheim als 100 000er-Stadt enormes Potenzial. Und genau das reizt mich so: die Stadt voranbringen zu dürfen.

Sie haben gerade eben gesagt, Pforzheim bestehe nicht nur aus der Innenstadt. Nun ist deren Entwicklung ein ganz markantes Thema. Wie blicken Sie auf die City, wie sehen Sie die geplante Umgestaltung?

Es ist schon so: Der Name Goldstadt lässt Großes erwarten, und wenn man dann die Innenstadt wahrnimmt, sagt man sich schon, dass hier noch ein bisschen was passieren muss. Eine Stadt wird natürlich immer auch mit dem Zentrum wahrgenommen. Aber sie ist eben nicht nur Innenstadt.

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