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02.01.2009

OB-Kandidat Hager will vorerst keine Details preisgeben

PFORZHEIM. Sozialbürgermeister Gert Hager (SPD) will in diesem Jahr für das Amt des Oberbürgermeisters kandidieren. Das gab er am Freitagmittag bekannt. Über Details will er im Moment nicht diskutieren.

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Nein, keine Diskussion zur Unzeit, nicht über Details, und schon gar nicht darüber, worin er die Unterschiede zur Amtsinhaberin sieht. Der Wahlkampf biete dafür reichlich Zeit, sagt Gert Hager, frisch gebackener OB-Kandidat. Er habe eine Erklärung abgeben wollen und dies auch getan. In engem Rahmen beantwortet er Rückfragen, zum Beispiel, ob die Oberbürgermeisterin Bescheid weiß. „Frau Augenstein wird informiert werden“. Und überhaupt möchte er lieber im allgemeinen bleiben, zum Anfang dieses Wahlkampfs mit ungewisser Dauer, nicht mal der Wahltermin steht fest.

„Respekt vor dem Amt“

Es könnte der 26. April sein, wie das im Gemeinderat die SPD, die Freien Wähler, Unabhängigen Bürger und die Grüne Liste wollen, es könnte aber auch der 7. Juni sein, der von CDU und FDP favorisierte Tag der Europa- und Gemeinderatswahlen. „Ich sehe den 26. April als richtig an“, sagt Hager, „aus Respekt vor dem Amt“. Aber er sei natürlich auch für den anderen Termin offen.

„Ich trete an, mal sehen, wer noch antritt“. Davon hängt dann ja im wesentlichen ab, wer wen unterstützt. Ein Parteikandidat, sagt Hager, sei er nicht. „Ich bin ein unabhängiger Kandidat“. Einer, der findet, dass Pforzheim sein Potential nicht nutzt, wie er in einem Brief an die Bürger schreibt. „Pforzheim kann mehr“, lautet dort das Motto, und dass man etwas kann, ist ja nicht erst seit Barack Obama eine frohe Botschaft.

In zehn Punkten hat Gerd Hager seine Variante formuliert, Zukunftsthemen benannt, von der Bildung über die Wirtschaftsförderung und Arbeitsplätze für alle, von soliden Finanzen, über eine attraktive Innenstadt, ein Verkehrskonzept, eine Stärkung des Sports bis hin zur Nutzung von Kultur fürs Stadtmarketing. Es brauche mehr Miteinander der Gruppen und Generationen. Und: „Einen Oberbürgermeister, der für alle da und für alle zu sprechen ist“, liest Hager aus seinem Brief (im Internet unter www.gert-hager.de) an die Pforzheimer vor. Ist das nun als Kritik an der Oberbürgermeisterin zu verstehen? „Ich habe keine Probleme mit Frau Augenstein“, sagt Hager. Und wie immer, wenn er an diesem Tag Fragen nach seinem Verhältnis zu ihr beantworten soll, bekommt seine Stimme einen ganz leicht metallischen Ton.

Andere dagegen kommen auf Christel Augenstein zu sprechen, auch wenn sie nur nach ihrer Meinung zu Gert Hagers Kandidatur gefragt werden. „Es ist eine gute Tradition in der Demokratie, dass eine Wahl auch eine Auswahl sein kann“, lässt sich der CDU-Kreisvorsitzende Stefan Mappus entlocken. Insofern sei es nicht zu kritisieren, wenn Hager seine Bereitschaft zu einer Kandidatur erkläre. „Gleichwohl glaube ich, dass Frau Augenstein in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet hat“. Im Gegensatz zu vor acht Jahren sei keine Wechselstimmung zu erkennen. „Deshalb werde ich Christel Augenstein weiterhin unterstützen“, stellte Mappus klar.

Der SPD-Kreisvorsitzende Ralf Fuhrmann begrüßte Hagers Entscheidung, auch wenn ihn der Zeitpunkt überrascht habe. „Ich traue Gert Hager die Aufgabe ohne weiteres zu“, so Fuhrmann. Der Sozialbürgermeister zeige Kompetenz und Führungskraft. An letzterem habe es an oberster Stelle im Rathaus zuletzt gefehlt, was sich auch daran zeige, dass die Oberbürgermeisterin in der Frage ihrer erneuten Kandidatur zögere und zaudere.

„Geschickt im Umgang“

Der Fraktionssprecher von Freien Wählern und Unabhängigen Bürgern, Gerhard Sonnet, äußerte sich wohlwollend über Hager. Er habe ihn als kompetent und sachlich kennengelernt. „Er ist im Umgang mit anderen geschickt und angenehm“.

Nicht überrascht zeigte sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke. „Bei der Amtsführung von Gert Hager habe ich diesen Schritt schon lange erwartet. Meiner Meinung nach hat Hager schon seit fünf Jahren Wahlkampf gemacht“, sagte er.

Auch für die Fraktionsvorsitzende der Grünen Liste, Sibylle Schüssler, kommt die Kandidatur nicht überraschend. „Wir haben schon lange damit gerechnet“, bemerkte sie gegenüber der PZ. Darauf angesprochen, ob die Grünen einen Kandidaten oder eine Kandidatin aufstellen werden, sagte sie, dass das bisher nicht vorgesehen sei.

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