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10.06.2009

OB-Wahl: CDU will Christel Augenstein Flügel verleihen

PFORZHEIM. Das Wahlkampf-Team von Christel Augenstein hat erkannt, dass es größerer Anstrengungen bedarf, ihren Titel als Stadtoberhaupt zu verteidigen. Hilfestellung gibt jetzt die CDU – vorneweg marschiert Landesfaktions-Chef Stefan Mappus.

„Wenn wir unser Potenzial ausschöpfen, ist ein Sieg möglich“, sagt FDP-Stadtrat Hans-Ulrich Rülke. Man habe die Basis nicht genug mobilisiert im OB-Wahlkampf. Das soll nun anders werden – mit Hilfe der CDU. Die Landtagsabgeordneten und Männerfreunde Stefan Mappus (CDU) und Hans-Ulrich Rülke (FDP) sitzen nicht nur sinnbildlich in einem Boot, sondern an zwei Enden eines Tisches beim Pressegespräch im „Ratskeller“. In der Mitte die Frau, um die es geht: Christel Augenstein, flankiert von Parteifreundin Monika Descharmes und dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Florentin Goldmann.

Die amtierende Rathaus-Chefin wiederholt noch einmal die zentralen Punkte ihres Wahlkampfs, stellt einen möglichen ersten Teilabschnitt der Westtangente in den Raum („das Regierungspräsidium prüft gerade“) und kündigt an, sich in den nächsten zweieinhalb Wochen „zu 100 Prozent“ auf ihren Wahlkampf konzentrieren zu wollen, der jetzt auch eine Co-Kampagne der CDU-Basis werden soll. Darauf wurde diese von ihrem Landesfraktionsvorsitzenden eingeschworen.

Sein Vertrauter, Heiko Kusche, wird die Kampagne leiten, unterstützt unter anderem von Caroline Mai, Landesgeschäftsführerin der Jungen Liberalen. Augenstein, so die Strategie, muss die Kontakte zu den Bürgern intensivieren. Es werden neue Plakate und Flyer gedruckt – und Augenstein verspricht einige „Überraschungen“.

„Ehemaliger Pfarrer . . .“

Erneut verteidigt Mappus die Entscheidung der CDU, keinen eigenen Kandidaten aufgestellt, sondern eine aussichtsreiche Kandidatin aus dem bürgerlichen Lager unterstützt zu haben. Zu diesem Lager zählt aber wohl auch Gerhard Hager (Freie Wähler) – der „ehemalige Pfarrer, der nicht kraft seiner Leistung, sondern seines ähnlich klingenden Namens so viele Stimmen geholt hat“ (Mappus). Gerhard Hager hatte zuvor gestichelt, Augenstein werde von Mappus und Rülke „ferngesteuert“ und sicherte Gert Hager (SPD) seine Unterstützung zu.