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Oana Krichbaum tritt bei der Wahl zum Gemeinderat am 26. Mai an - und hat dafür klare Ziele. 

Oana Krichbaum: "Pforzheim muss für junge Familien interessanter werden"

Oana Krichbaum steht bei der Kommunalwahl am 26. Mai als Kandidatin für den Pforzheimer Gemeinderat auf der Liste CDU. In einem Interview spricht Sie über ihre Motivation, ihren Werdegang und ihr Engagement in der Stadt.

Frau Krichbaum, warum kandidieren Sie für den Gemeinderat?

In meiner Jugend habe ich in Rumänien erlebt, was es heißt, wenn es keine freien Wahlen gibt. Deshalb ist das Wählen für mich heute eine Selbstverständlichkeit. Nach 10 Jahren in Pforzheim möchte ich aber noch mehr tun und aktiv im Gemeinderat für unsere Stadt arbeiten. Denn nur durch Engagement kann man etwas bewegen.

Meine Kandidatur sehe ich auch als Signal an die vielen EU-Bürger in Pforzheim, an den Gemeinderats- und Europawahlen teilzunehmen. Demokratie lebt vom Mitmachen und wir sollten unsere Stadt nicht jenen überlassen, die ausgrenzen und diskriminieren.

Sie kamen vor etwa 10 Jahren aus Ihrem Heimatland Rumänien nach Pforzheim. Wie haben Sie die Zeit damals erlebt?

Ich bin damals der Liebe wegen nach Pforzheim gezogen und habe dafür eine sehr gut gehende Rechtsanwaltskanzlei in Bukarest aufgegeben. Auch wenn wir es sicher leichter hatten als viele andere, war der Neustart in Deutschland für meine drei Kinder und mich nicht einfach. Deshalb ist es mir so wichtig, die Integration der bei uns lebenden Menschen zu fördern und dabei meine eigenen Erfahrungen einzubringen.

Was wollen Sie tun, wenn diese nicht mitmachen wollen?

Der Großteil der Zuwanderer in Pforzheim ist gut integriert. Sie arbeiten, zahlen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Wo das noch nicht der Fall ist, müssen wir Fördern und auch Fordern. Dabei sind Sprachkenntnisse natürlich das A und O. Deshalb ist die ausreichende Versorgung mit KiTa-Plätze so wichtig, denn Kinder lernen eine neue Sprache am einfachsten. Aber auch unsere vielen Vereine leisten bei der Integration Großartiges.

Apropos Vereine: Sie sind selbst Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft. Was konnten Sie bislang erreichen?

Alles, was unser Verein erreicht hat, ist eine Teamleistung. Wir pflegen das gesellige Miteinander, setzen uns aber auch für viele karitative Projekte in unserer Region ein, unter anderem für die Aktion „Menschen in Not“. Für uns ist dabei wichtig: Wir leben hier in Pforzheim und möchten etwas für unsere Stadt tun. So haben wir im letzten Jahr eine Putzaktion in der Nordstadt initiiert, die wir vor wenigen Wochen wiederholt haben. Da bleiben wir natürlich dran, denn wir wollen in einer sauberen Stadt leben.

Falls Sie es in den Gemeinderat schaffen sollten, für was würden Sie sich einsetzen?

Erstens will ich, dass Pforzheim gerade für junge Familien interessanter wird. Dafür brauchen wir attraktiven Wohnraum und ausreichend KiTa-Plätze.

Zweitens habe ich durch meine Tätigkeit als Rechtsanwältin mit vielen Firmen Kontakt und bin deshalb der Ansicht, dass wir bei der Wirtschaftsförderung neu denken müssen, damit gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen und die Absolventen der Hochschule besser eingebunden werden.

Und drittens ist für mich als Frau und Mutter das Thema Sicherheit sehr wichtig. Gerade Frauen fühlen sich abends in der Pforzheimer Innenstadt häufig unsicher. Das darf nicht so bleiben! Deshalb setze ich mich für eine stärkere Polizeipräsenz in den Abendstunden und für eine Ausweitung der Videoüberwachung ein.

Kamen Ihnen diese Anliegen bislang zu kurz?

Ich glaube, dass von dem neuen Gemeinderat ein Signal des Aufbruchs ausgehen muss. Durch die vielen Gruppierungen, die dem Gemeinderat angehören, stehen wir uns manchmal selbst im Weg. Pforzheim darf nicht Gefahr laufen, abgehängt zu werden, denn die Städte und Regionen um uns herum bewegen sich fulminant nach vorne: Heilbronn ist Ausrichter der Bundesgartenschau, Karlsruhe positioniert sich sehr stark im Bereich der Digitalisierung. Hier stehen wir im Wettbewerb. Eine Politik des ständigen Nein-Sagens und Verhinderns bringt uns jedenfalls keinen Milimeter weiter. Hier brauchen wir mehr Mut und dafür stehe ich.

Dieser Beitrag ist Wahlwerbung der Gemeinratskandidatin Oana Krichbaum und der CDU Pforzheim