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05.05.2009

Oberbürgermeisterin verabscheut Grabschändung

PFORZHEIM. Nach der Grabschändung auf dem jüdischen Teil des Pforzheimer Hauptfriedhofs hat sich Oberbürgermeisterin Christel Augenstein zu Wort gemeldet. „Mit großer Abscheu habe ich die Grabschändung auf dem jüdischen Teil des Areals des Hauptfriedhofes aufgenommen, ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen sehr schnell zur Rechenschaft gezogen werden können“.

Die Rathaus-Chefin ist sich mit Polizei und Staatsanwaltschaft einig, dass die liberale Zivilgesellschaft die Augen offen halten müsse, „Rechtsbrüche müssen konsequent und nachdrücklich verfolgt werden“. Die Stadt Pforzheim stellt Strafanzeige gegen Unbekannt.

Nach dem Wochenende lagen fünf Grabsteine mit der Inschrift nach unten auf der Erde. Sie wurden aus der Verankerung herausgerissen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, dass es zu keiner Anbringung von antisemitischen oder fremdenfeindlichen Symbolen kam. Der Schaden beläuft sich nach ersten Feststellungen auf 800 Euro. Die Beschädigungen wurden bereits am Samstag durch einen Zeugen festgestellt, die Tatzeit dürfte somit zwischen 30. April und 2. Mai liegen.

In einer persönlichen Note hat die Oberbürgermeisterin dem Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde, Rami Suliman, ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht. Die Polizei bittet Zeugen, sich mit der Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei Pforzheim unter Telefon (07231) 1860 in Verbindung zu setzen.