Pforzheim. Der Leitende Oberstaatsanwalt Christoph Reichert hätte sich durchaus ein ähnliches Szenario wie in Südbaden vorstellen können, wo vor einigen Tagen ein Rocker der „Hells Angels“ erschossen wurde.
Reichert war mit seiner juristischen Einschätzung maßgeblich daran beteiligt, dass das Innenministerium den lokalen Ableger der „Hells Angels“ in Pforzheim im Juni 2011 mit sofortiger Wirkung verbot, nachdem es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen „Hells Angels“ und den rivalisierenden „United Tribuns“ sowie mehreren Razzien gekommen war. Für Reichert ist das Thema Rocker erledigt. Die Strafverfolgungsbehörden seien den „Hells Angels“ zu lästig geworden. [Video] Pforzheimer Hells Angels müssen sich vor Gericht verantworten Reichert sprach bei in einem Interview bei der PZ am Donnerstag auch über die aus seiner Sicht hervorragende Zusammenarbeit mit anderen Teilen der Justiz, der Polizei, der Stadt und dem Enzkreis, seine hochmotivierte Truppe bei der Staatsanwaltschaft, prägende Eindrücke und die segensreiche Wirkung des Hauses des Jugendrechts. Mehr dazu in der Printausgabe der PZ.Der 45-jährige Christoph Reichert ist seit Anfang Februar 2009 Behördenleiter der Staatsanwaltschaft Karlsruhe, Zweigstelle Pforzheim (wie es offiziell heißt). Vorher war er fünf Jahre lang Personalreferent für Fachgerichtsbarkeit im Landesjustizministerium. Reichert wurde im bayerischen Erlenbach geboren, wuchs in München auf und studierte Jura an der Uni Augsburg, wo er promoviert wurde. Er arbeitete ein Jahr lang als Strafverteidiger in München, wechselte in den Staatsdienst am Landgericht Baden-Baden und anschließend bei der Staatsanwaltschaft Freiburg, ehe er ins Ministerium nach Stuttgart ging.
[Video] Bei einer Razzia bei Mitgliedern der United Tribuns wurde unter anderem eine Maschinenpistole gefunden [Video] Razzia und Verbot: Pforzheimer Hells Angels aufgelöst [Video] Razzia: SEK stürmt Treffpunkte der Hells Angels
