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So schmeckt der Spätsommer: Am Samstagabend tummeln sich – trotz kühler Temperaturen – Tausende Besucher auf dem Marktplatz beim OechsleFest. Noch zwei Wochen lang wird hier gefeiert, geplaudert, geschlürft und geschlemmt.  Foto: Tilo Keller 

Oechsle Fest trotzt Wetter und brummt am Wochenende

Pforzheim. An solchen Tagen wären wir früher abends alleine dagestanden“, sagt Siegfried Weiß und lässt den Blick staunend von seinem „Oechsle-Brunnen“ über den Marktplatz schweifen. Noch am Samstagmittag hatte hier der Herbst mit Macht Einzug gehalten – Regengüsse und Bibbertemperaturen inklusive.

Am Abend dann herrscht gemütliches Gedränge: „Und so viele junge Gesichter“, schwärmt Weiß, „die Menschen kommen auf ihr OechsleFest, es ist in der Mitte der Bevölkerung angekommen.“ Sehen will man, gesehen werden und natürlich mitreden über die Themen, die schon am Auftakt-Wochehende vor und in den Lauben reichlich Gesprächsstoff liefern.

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Oechsle Fest 2018 - Tag eins // 24.08.2018

In der Heimat: 24 Bands und Musikgruppen machen bis zum 9. September täglich von der Bühne herunter Laune – Party-Profis wie „Tops“ oder „Romanticas“, aber eben auch Lokalmatadore. Am Sonntag spielen der Musikverein Enzberg und die Stadtkapelle Maulbronn auf. „Prima, dass die Region nicht nur auf dem Teller mundet, sondern auch ins Ohr geht“, freut sich ein Besucher aus dem Enzkreis.

Unter Strom: Schon der Regen am Freitagmittag hatte einen schlechten Start vermuten lassen. Doch dann abends bei der offiziellen Eröffnung „ging es Schlag auf Schlag“, berichtet Wirtesprecher Frank Daudert. Am Samstag das selbe Bild.

Weil auch bei voller Hütte keiner lange auf seine Order warten will, legen Service- und Küchenbrigaden der Lauben los. Nicht ohne Grund nennt etwa Daudert seinen Mann am Pass, Heino Wermke, den „Konzertmeister“: Ruhig, aber zügig dirigiert Wermke an der Ausgabe Schaschlik, Maultaschen, Salate oder Flammkuchen auf exakt vorgeschriebenen Bahnen in die Hände der Helfer, die sie als „Teller-Taxi“ sofort an die Tische tragen.

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Oechsle Fest 2018 - Tag zwei

Am Anschlag: 60 Hummer-Menüs hatte „Arlinger“-Chef Julien Frisch im vergangenen Jahr kredenzt. Nun hat er für den Gourmet-Abend am 4. September bei 130 angenommenen Reservierungen endgültig Schluss gemacht: ausgebucht. Schließlich muss die Speisenfolge um den „Hummer thermidor“ auf den Punkt serviert werden. Vorschusslorbeeren erntet Frisch. „Er ist unser Käfer auf dem OechsleFest“, zieht Daudert einen Vergleich Münchens Feinkost-Guru.

Im Fokus: Rege diskutiert wird das vom städtischen Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) entwickelte neue Design des OechsleFests. Für WSP-Chef Oliver Reitz steht es für die stete Weiterentwicklung, um auch neue Zielgruppen zu erschließen. Er freue sich, immer mehr jüngere Besucher auszumachen. „Das alte Design hat mir besser gefallen“, urteilt indes Kreishandwerksmeister Rolf Nagel. Dillweißensteins Bürgervereinsvorsitzende Dietlinde Hess stimmt zu: „Das frühere hatte mehr Aussagekraft, aber das ist eben der Zug der Zeit.“ LBBH-Stadtrat Hans-Joachim Bruch spricht von einem „Rubin-Logo“ und meint: „Vorher war es auffälliger, aber es kann ja sein, das man das nicht mehr nötig hat.“ Doch es gibt auch Lob, etwa von AfD-Stadtrat und Architekt Wolfgang Peter Gremminger: Dezent und stilvoll sei das Design und „weniger barock“.

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Oechsle Fest 2018 - Tag drei

Im Mittelpunkt: Rumoren gab es ob der Abschaffung des separaten ViP-Bereichs bei der Eröffnung, vor allem aber wegen der deutlich reduzierten Zahl geladener Ehrengäste. Manch langjähriger Unterstützer fühlt sich zu wenig wertgeschätzt. Andere sehen’s positiv, Gremminger etwa findet es „gut, dass es nicht mehr diese Käfighaltung gibt“ und die Ehrengäste nun mittendrin sind. Allerdings komme, da alle an Bänken sitzen, nun der Small-Talk zu kurz: „Ein paar Stehtische wären ausreichend.“

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