nach oben
Viel Musik gab es beim ökumenischen Gottesdienst im Stadtgarten zu hören. © Meyer
09.07.2017

Ökumenischer Gottesdienst im Stadtgarten steht im Zeichen des Goldes

Pforzheim. Um was wird sich ein ökumenischer Gottesdienst der Pforzheimer Gemeinden im Stadtgarten, eingebettet in die „Goldenen Momente“, wohl anderes drehen – in Wort und Musik (dass Bläserensemble der Stadtkirche unter der Leitung von Christian Künzler und die „Angel-Company“ unter der Leitung von Berthold Engel) –, als um das schmuckeste aller Edelmetalle?

Bildergalerie: Ökumenischer Open-Air Gottesdienst im Stadtgarten

Gold zieht sich durch die Ankündigungen des katholischen Dekans Bernhard Ihle, der evangelischen Dekanin Christiane Quincke, durch Bibelstellen, Metaphern, Redewendungen, historische Begebenheiten, politische Realitäten von heute.

Die „Goldene Stadt“ in der Offenbarung des Johannes, die Vision des „neuen Jerusalem“, die Verheißung: „Das Beste kommt noch“ - und die Parallelen, die Schloßkirchenpfarrerin Heike Reisner-Baral für das Jetzt und Morgen in der „Goldstadt“ sieht.

Das „Goldene Kalb“, das Symbol der Verführbarkeit der Menschen und des Glaubensabfalls, an das Bernhard Ihle erinnert, an der „Fluch des Goldes“, der an Schatzräuber der Pharaonengräber ebenso haftet wie an Landschaftszerstörern der Goldgewinnung wegen oder an Spekulanten mit dem Edelmetall, das Gesellschaften in Krisen stürzt.

Gold als Geschenk – als realpolitische Maßnahme wie beispielsweise in der goldenen Gabe der Königin von Saba an König Salomo beim „Staatsbesuch“ in Jerusalem. Oder das Geschenk ohne Hintergedanken der Weisen aus dem Morgenland an ein kleines irdisches Baby im Stall zu Bethlehem, aus dem etwas werden sollte, das den Glauben, die Wertevorstellungen und die Träume von Milliarden Menschen bestimmen sollte.

Auch das Publikum des Open-Air-Gottesdienstes – es sind Hunderte von Menschen an diesem Morgen im Stadtgarten versammelt – wird einbezogen. Es fällt ihnen viel ein zum Thema. Wie passend: Morgenstund‘ hat Gold im Mund. Nicht ganz zutreffend bei einem Gottesdienst: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Die Hoffnung auf einen „goldenen Oktober“; die Weisheit, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, der Appell an die Vernunft, nicht alle Worte auf die Goldwaage zu legen und mit Blick auf die Kostbarkeit des Goldes wie des Menschen: niemandem seinen Wert abzusprechen, „sonst komme ich in Teufels Küche“ (Christiane Quincke).

Leserkommentare (0)