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Zu unterschiedlichen christlichen Gemeinden zählen die Besucher des ökumenischen Gottesdiensts, der unter dem Motto „Vielfalt ist göttlich“ steht. Die Fürbitten erklingen in sechs Sprachen. Fotos: Ketterl
Zu unterschiedlichen christlichen Gemeinden zählen die Besucher des ökumenischen Gottesdiensts, der unter dem Motto „Vielfalt ist göttlich“ steht. Die Fürbitten erklingen in sechs Sprachen. Fotos: Ketterl
Isaak Karkoush ist Pastor der Arabisch-Christlichen Gemeinde in der Volksmission. Er intoniert „Hosanna in der Höhe“ mit seinem Chor auf Arabisch.
Isaak Karkoush ist Pastor der Arabisch-Christlichen Gemeinde in der Volksmission. Er intoniert „Hosanna in der Höhe“ mit seinem Chor auf Arabisch.
20.09.2015

Ökumenischer Gottesdienst zum Auftakt der interkulturellen Woche

Nicht nur den Anderen anzunehmen – sondern sich auch annehmen zu lassen: Dafür hat gestern der aus Ägypten stammende Pastor Isaak Karkoush (Volksmission), der seit einigen Jahren in Pforzheim lebt und sich hier zu Hause fühlt, beim interkulturellen und ökumenischen Gottesdienst im Benckiserpark geworben. Die Veranstaltung bildete den Auftakt zur Interkulturellen Woche (IKW) und stand unter dem Motto „Vielfalt ist göttlich“.

Karkoush gehörte sowohl zu denen, die aus Sicht eines Migranten einen kurzen Erfahrungsbericht zum Gottesdienst beisteuerten, als auch zu den Muttersprachlern für die auf Arabisch, Kroatisch, Vietnamesisch, Flämisch (für die niederländische Gemeinde), Aramäisch (für die syrisch-orthodoxe Gemeinde) und Deutsch gehaltenen Fürbitten. Darin hieß es unter anderem, „mit Entschiedenheit die Würde und Gleichheit aller hier lebenden Menschen zu bekunden und zu verteidigen“ und Flüchtlinge durch Haltung und Taten erfahren zu lassen, dass sie in der Gesellschaft ihren Platz hätten. Insbesondere die Mitglieder der syrisch-orthodoxen Gemeinde beten für den Schutz ihrer Landsleute in den Kriegsgebieten des Mittleren Ostens und zeigten sich dankbar für die Hilfsbereitschaft in Deutschland gegenüber den Flüchtlingen.

Entschlossen gegen Hass

Es gebe neben denen, die Schutzsuchende willkommen hießen, auch immer mehr Menschen, die Fremden mit Hass begegneten und sogar Gewalt anwendeten, so die evangelische Dekanin Quincke. Es gelte, diesen entschlossen entgegenzutreten. Wo Deutsche brüllten: „Ausländer raus“, brüllten sie in Wahrheit auch: „Christus raus“ – einen Schutzsuchenden, der seinerseits jeden angenommen habe. Mehrere christliche Gemeinden beteiligten sich an der Gottesdienstfeier, so auch die Baptisten, zu denen die Ärztin Mirian Bomeken aus Kamerun gehört. In der Gemeinschaft habe sie sich nach anfänglichem Fremdeln mit der Stadt Pforzheim – sie kam im Jahr 2010 aus Freiburg an ihre neue Arbeitsstelle – angenommen und zu Hause gefühlt.

Teure Bücher

Mit der Kollekte soll die Spracharbeit mit Flüchtlingen verbessert werden. Vor allem für die Anschaffung von Büchern würden Spenden benötigt, denn diese seien für die Flüchtlinge sehr teuer, so die Veranstalter.