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Der ökumenischer Festgottesdienst anlässlich „500 Jahre Reformation“ in der Stadtkirche stößt auf überwältigende Resonanz. Meyer/Morelli
Der ökumenischer Festgottesdienst anlässlich „500 Jahre Reformation“ in der Stadtkirche stößt auf überwältigende Resonanz. Meyer/Morelli
01.11.2017

Ökumenischer Reformationsgottesdienst mit rund 1000 Besuchern in der Stadtkirche

Was vor 500 Jahren die Spaltung der christlichen Kirche nach sich zog, verbindet heute Protestanten und Katholiken aus ganz Pforzheim und dem Enzkreis in einem gemeinsamen ökumenischen Reformationsgottesdienst, den rund 1000 Menschen am Dienstagvormittag in der Stadtkirche feiern.

„Wir sind überwältig“, so der evangelische Gemeindepfarrer Hans Gölz-Eisinger, als sich die Kirche immer weiter füllt, bis auch die letzten Sitzplätze besetzt und alle 600 Liedblätter ausgeben sind.

Die vielen Gäste erwartet eine abwechslungsreiche, knapp zweistündige Liturgie, die die ebenfalls zahlreichen Mitwirkenden in geradezu perfekter Absprache miteinander gestalten. Zunächst erklingt der erste Teil der neunten Bachkantate „Es ist das Heil uns kommen her“, den das Bachorchester unter der Leitung der Kirchenmusikdirektorin Heike Hastedt zusammen mit dem Motettenchor unter der Leitung von Kord Michaelis intoniert. Anschließend wechseln sich die Rezitative und Arien aus der Kantate mit anderen Gottesdienstfragmenten ab.

Über die Angst hinweggesetzt

Stadtkirchenpfarrer Gölz-Eisinger spricht entsprechend dem Anlass über Martin Luther und dessen eigenen Zugang zur biblischen Sprache, der es ihm ermöglicht habe, sich über die zu seinen Lebzeiten vorherrschende Angst vor der Sünde und dem Teufel hinwegzusetzen und an einen gütigen Gott zu glauben. Anschließend segnet der katholische Dekan Bernhard Ihle das Taufwasser, das durch die Reihen der Kirchenbesucher gegeben wird und für die Gnade und Vitalität Gottes sowie die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Konfessionen stehen soll. Währenddessen improvisiert das Jazztrio mit Christoph Georgii am Klavier, Torsten Steudinger am Bass und Tobias Stolz am Schlagzeug über verschiedene Choräle.

Danach werden die kleinen Gäste in einen ökumenischen Kindergottesdienst verabschiedet. Im weiteren Verlauf tragen junge Kirchenmitglieder die Bibelstelle für die Predigt in verteilten Rollen vor. Die Interpretation der Verse übernehmen Andreas Schwarz von der Evangelisch-Lutherischen Kirche, Ulrich Weber von der Telefonseelsorge und die evangelische Dekanin Christiane Quincke. Zwischen den drei Teilen singt die Jugendkantorei unter der Leitung von Heike Hastedt. Die drei vereinten Blechbläserensembles – Pforzheimer Bläserensemble, Bezirksbläserkreis und Posaunenchor der Evangelisch-Lutherischen Kirche unter der Leitung von Christian Künzler, Axel Pfrommer und Ingrid Stängle – begleiten die Gemeinde bei zahlreichen Liedern.

Einen musikalischen Höhepunkt bietet das Kirchenlied „Ein feste Burg ist unser Gott“, dessen Text und Melodie Martin Luther selbst geschrieben haben soll. Bei der Darbietung verbinden sich alle mitwirkenden Chöre, Ensembles und Orchester sowie die Kirchgänger zu einem voluminösen Klangkörper. Weitere gemeinsame Stücke sowie der evangelische und katholische Segen bedeuten das Ende des Gottesdienstes.