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Gute Freundinnen: Edith Verid (77) und Ilse Singer (90, von links) genießen das familiäre Angebot der Diakonie am Weihnachtstag. Foto: Frommer
Gute Freundinnen: Edith Verid (77) und Ilse Singer (90, von links) genießen das familiäre Angebot der Diakonie am Weihnachtstag. Foto: Frommer
26.12.2016

Offener Abend im Hermann-Maas-Haus bietet familiäre Geborgenheit

Pforzheim. Gesuchte Gemeinschaft: Heiligabend kamen mehr als 150 Menschen im Hermann-Maas-Haus zusammen. Sie nahmen an dem offenen Nachmittag der Diakonie für die Armen und Einsamen teil. Ältere und alleinstehende Menschen, Erwerbslose ohne Familie und einige alleinerziehende Mütter mit ihren Kleinkindern. Sie waren froh, einen Teil der Feiertage nicht in einem Frauenhaus oder einem Heim verbringen zu müssen.

Der offene Abend der Diakonie für die Armen und Einsamen findet seit mehr als 20 Jahren in Pforzheim statt, seit 2007 wird die Veranstaltung im Herrmann-Maas-Haus ausgerichtet. Zuvor war sie im Lutherhaus am Schlossberg beheimatet. Sie bietet schwachen oder in Not geratenen und vereinsamten Menschen ein weihnachtliches Miteinander und verhilft „manchem Teilnehmer“, so erläuterte Diakonie-Geschäftsführerin Sabine Jost, „zur einzigen warmen Mahlzeit während der Feiertage“. Ehrenamtliche Tischpaten kümmerten sich in diesem Jahr um die Gäste, sorgten für Getränke und Speisen. Es gab paniertes Schnitzel mit Salaten und ein Dessert. „Es bleiben nie Reste übrig“, konnte Sabine Jost auch diesmal sicher sein: „Was heute nicht verzehrt wird, nehmen einige der Teilnehmer sehr gerne nach Hause mit.“

Weihnachtsfeier mit Gästen

Für den festlichen Rahmen sorgten zuvor Dekanin Christiane Quincke mit einer weihnachtlichen Andacht, die auch auf die Lage der Vereinsamten einging. Gitarrist und Sänger Lú Thome sorgte mit Liedern wie „Kommet, ihr Hirten“, „Herbei, o ihr Gläubigen“ oder „Stille Nacht, heilige Nacht“ für einen vertrauten akustischen Rahmen. Oberbürgermeister Gert Hager nahm ebenfalls an der Veranstaltung der Diakonie teil – das Stadtoberhaupt nahm sich auch die Zeit, mehrere Abschnitte aus der Weihnachtsgeschichte vorzulesen.

„Gut zwei Drittel unserer Teilnehmer sind Stammgäste“, erläuterte Sabine Jost im Gespräch mit der Pforzheimer Zeitung“ – wie beispielsweise Edith Verid (77), die zum dritten Mal im Hermann-Maas-Haus dabei ist und Ilse Singer (90), die nach eigener Einschätzung mindestens fünfmal teilgenommen hat. Beide Damen sind inzwischen gut befreundet und erlebten beim offenen Abend ein Fest in fast familiärer Geborgenheit.

www.diakonie-pforzheim.de