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Proben nach einer schwierigen Zeit für ein ganz besonderes Konzert: Karin Schott (rechts) und Beatrice Fuhr-Herz. Foto: Privat
Proben nach einer schwierigen Zeit für ein ganz besonderes Konzert: Karin Schott (rechts) und Beatrice Fuhr-Herz. Foto: Privat
19.09.2016

Offenes Musizieren in der Schlosskirche: Musik machen Kampf gegen den Krebs

Pforzheim. Wenn Karin Schott gemeinsam mit Beatrice Fuhr-Herz, Wolfgang Klockewitz und Stefan Baur am Donnerstag, 22. September, beim offenen Musizieren in der Schloßkirche ihre Musik erklingen lässt, dann ist das kein gewöhnlicher Beitrag.

Die Aussicht auf der das Konzert habe ihr in einer schweren Zeit zu neuem Lebensmut verholfen, sagt Karin Schott. Sie erinnert sich an einen zufälligen Griff an die Brust im Juni – sieben Tage später stand fest, dass sie Brustkrebs hat. „Einer der übelsten, schnellwachsenden Sorte“, sagt Schott. „Meine Welt geriet ins Wanken. Ich fiel in ein tiefes Loch, Angst und Ungewissheit folgten: Werde ich überleben, wie lange werde ich überleben? Was tue ich meiner Familie an? In der Rehabilitation nach der Operation gehe es ihr gut, „nur meine Seele litt unheimliche Qualen. Die Depressionen haben mich nicht losgelassen.“

Anfang September kam sie wieder nach Hause: „Eines morgens bin ich aufgewacht, und es kam mir ein Lied in den Sinn: ,Glaub an dich selbst und dein Leben beginnt, du musst dir vertraun und es wird gelingen ...‘ An diesem Morgen kam mein Leben zurück ich sagte mir: Jetzt erst recht! Ich schaffe das.“

Bereits vor einem Jahr hatte sie sich mit ihrer Freundin Beatrice Fuhr-Herz entschlossen, beim offenen Musizieren in der Schloßkirche aufzutreten. „Unser Programm stand schon im Juni fest. Nur meine Motivation hat mich im Stich gelassen – ich wollte mehr sterben als leben, geschweige denn singen“, erinnert sie sich. „Wo war sie denn überhaupt, meine Stimme.  Das Projekt habe ich auf Eis gepackt ... ich glaubte nicht, dass ich jemals wieder singen können würde.“

Eines Morgens dann der „Tritt ihres Schutzengels“, wie Karin Schott es bildlich beschreibt: „Ein Telefonanruf bei Beatrice – und wir begannen sofort mit den Proben. Wir sind mit Feuereifer dabei. Mein Tag beginnt mit glücklichen Gedanken. Die Musik hat mir zu neuem Lebensmut verholfen. Es wird ein ganz besonderes Konzert für uns werden. Für mich steht es unter dem Motto: Jetzt erst recht.“