nach oben
Taxis in der Nacht künftig nur noch privat: Die Sammeltransporte wird es ab April wohl nicht mehr geben. Foto: Fotolia
Taxis in der Nacht künftig nur noch privat: Die Sammeltransporte wird es ab April wohl nicht mehr geben. Foto: Fotolia
12.02.2019

Ohne Fahrer kein Transport: Pforzheimer Nachttaxis stehen vor dem Aus

Pforzheim. Feiern in der Innenstadt und danach ab ins Nachttaxi am Leo - seit mehr als 20 Jahren waren die nächtlichen Sammeltransporte am Wochenende der sichere Weg nach Hause. Doch ab April müssen sich die Nachtschwärmer wohl nach Alternativen umschauen: Denn die Taxifunkzentrale plant den Vertrag mit dem Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) wegen Personalmangels zum 31. März auslaufen zu lassen. Der VPE arbeitet indes an Alternativen, um doch noch einen Nahverkehr für Partygänger auf die Beine stellen zu können.

Für die Nachtschwärmer bricht eine Zeitenwende an – denn nach mehr als 20 Jahren steht das Nachttaxi in seiner jetzigen Form vor dem Aus. Der Grund: Die Taxifunkzentrale, die bislang zuverlässig in den Nächten auf Samstag und Sonntag die Fahrgäste jeweils um 2.40 und 4.10 Uhr am Leopoldplatz in Großraumwagen einsammelte und von hier aus für den Festpreis von 5,50 Euro ins Stadtgebiet und 7,50 in den Enzkreis und zum Dobel chauffierte, kämpft mit Personalmangel. Und zwar in einem Maße, dass sie den Vertrag mit dem Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis (VPE) zum 31. März dieses Jahres auslaufen lassen muss. „Wir haben nur noch vier Unternehmen, die diese Dienste mit Kleinbussen übernehmen können. Das ist einfach zu eng“, erklärt der Vorstand der Taxifunkzentrale Richard Kirschler die Entscheidung, „die Reißleine zu ziehen“.

Ein Entschluss, den der VPE-Geschäftsführer Axel Hofsäß bedauert. Völlig überraschend komme er allerdings nicht. „Egal ob bei Bus, Zug oder Taxis – überall werden dringend Fahrer gesucht“, erklärt er. Die Nachttaxis fielen dieser Gesamtentwicklung nun zum Opfer. Am Geld, so beteuert Hofsäß, liege es aber nicht. Hinzu komme, dass diese Nachtfahrten, trotz entsprechender Zuschläge, nicht besonders beliebt beim Personal seien. „Da stehen oft Massen von 40 bis 60 Leuten, und das in angetrunkenem Zustand“, schildert Kirschler. Viele Fahrgäste ließen es dabei sowohl an der notwendigen Geduld, die es bei der Verteilung auf die Taxis brauche, als auch am Respekt vor Personal und Fahrzeug mangeln. Auch Polizeieinsätze habe es immer wieder gegeben – wobei die Mehrheit friedlich sei.

Auch wenn die Nachtfahrten für die Fahrer mitunter unangenehm sind, tragen sie mit ihrer Arbeit doch zur Sicherheit bei. Zum einen nutzen vor allem Frauen gerne die Möglichkeit, mit dem Taxi direkt vor die Tür gefahren zu werden. Zum anderen setzen sich die Angetrunkenen so nicht selbst ans Steuer. „Unsere Motivation war es, die Jugend unfallfrei nach Hause zu bekommen“, erklärt Kirschler die Beweggründe der damaligen Vertragsunterzeichnung mit VPE. Inzwischen sei diese Aufgabe mit Blick auf den Personalnotstand aber schlicht nicht mehr zu bewältigen.

Sollte nicht doch noch ein Wunder geschehen, braucht es also eine andere Lösung. „Wir sind gerade dabei, Alternativen auszuloten“, erklärt Hofsäß. Denkbar sei beispielsweise der Einsatz von Nachtbussen auf den meist gefragten Routen. Das waren in den vergangenen Jahren die Strecken nach Mühlacker, Keltern bis Dobel, Niefern-Öschelbronn und Birkenfeld. Jedoch ist die Buslösung mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden. Bislang bezuschusst der VPE die Nachttaxis mit 86.000 Euro jährlich. Das Fahrtgeld bleibt bei den Taxiunternehmen. Die Buslösung würde um „ein Mehrfaches“ teurer werden, schätzt Hofsäß. Das Angebot finanzieren müssten die Gebietskörperschaften des VPE – also die Stadt Pforzheim und der Enzkreis.

Mehr über das Ende der Nachttaxis und möglichen Alternativen lesen Sie am Mittwoch, 13. Februar, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

ALSO
13.02.2019
Ohne Fahrer kein Transport: Pforzheimer Nachttaxis stehen vor dem Aus

ALSO - VIELLEICHT SOLLTE MAN DEN TAXI UND BUSFAHRERN EINEN ANSTAENDIGEN VERDIENST ERMOEGLICHEN, VON DEM MAN AUCH LEBEN KANN ? mehr...

thedee
13.02.2019
Ohne Fahrer kein Transport: Pforzheimer Nachttaxis stehen vor dem Aus

sehe ich so, wie mein/e Vorposter/in. Da fehlt es sicher an Wertschätzung. Weil dieser Job den Betreibern offensichtlich nichts wert ist, macht ihn eben keiner. Oder dieser alte Spruch : in dem Geschäft können wir halt nicht so viel zahlen..... blablabla.... ich war einige Jahre "umständehalber" in einen namhaften pforzheimer Familienunternehmen und wurde auch immer mit diesem Spruch abgespeist, alle anderen natürlich auch...... sie könnten schon, aber wollten und wollen nicht, da nicht nur ...... mehr...