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Weinprobe mit Olli Gimber (Mitte). Foto: Seibel
Weinprobe mit Olli Gimber (Mitte). Foto: Seibel
23.10.2016

Olli Gimber witzelt für PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“

Pforzheim. Malermeister und Witzemacher Olli Gimber hat zugunsten der PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ Witze gerissen.

Mit seine Witzen aus dem Auto heraus hat der Pforzheimer Maler Olli Gimber eine echte Marke geprägt. Eine, die gerade auch von ihrer Spontaneität lebt. Es sind kurze Filme, die Gimber mit der Handykamera aufnimmt, zwischen zwei Aufträgen vielleicht, oder kurz vor dem Feierabend.

Was passiert, wenn man Gimbers Auftritten das Element der Kürze nimmt? Kann das funktionieren – einen Abend lang? Auf seiner aktuellen Tour durch Baden-Württemberg beweist er es, die Hallen sind voll. Wie er es anstellt, zeigt sich auch bei einem Ereignis ganz anderer Art. Keine Halle hat er an diesem Samstagabend gefüllt, sondern das Restaurant „arCuisine“ auf der Wilferdinger Höhe. Die Stimmung ist privat, der Grund besonders. Denn Olli Gimber tritt für den guten Zweck auf. Der Pforzheimer Service Club Round Table hat eine Weinprobe organisiert mir den Tropfen des Gündelbacher Weinguts Sonnenhof - flankiert von einem passenden Vier-Gänge-Menü. Der Erlös der Veranstaltung steht am Ende des Abends fest. 1000 Euro gehen an „Menschen in Not“, die Hilfsorganisation der PZ. „Als ich gehört habe, dass die Veranstaltung für den guten Zweck ist, habe ich sofort zugesagt“, sagt Gimber. Schnell wird klar, dass das funktioniert, Gimber einen Abend lang: Und auch, wie er das macht. „Wer denkt, dass ich jetzt hier einen Witz nach dem anderen raushaue, der hat sich getäuscht.“

1500 Pointen im Gepäck

Nach dem ersten Gang (Karottencrèmesuppe/Chardonnay) hat Gimber das Wort ergriffen. Er zeigt sich nicht als Clown, der von Pointe zu Pointe hetzt, sondern als die bodenständige Person, auf der sein Erfolg erst beruht. Als Handwerker, mit den harten Regeln seines Standes zufrieden, aber froh über Ausgleich und Abwechslung. Das sind die Witze für ihn, die er auch jetzt einstreut in seine Reflexionen. Gimber kann reden, Manuskripte oder Pläne braucht er nicht. „Bei meinem Auftritt in Mannheim habe ich den Zuschauer gesagt: ,Brengt e Veschpr mit‘“ Seine Auftritte können dauern - auch schon mal über drei Stunden.

„1500 Witze kann ich sofort bringen“. So viele werden es nicht. Das Essen geht ja weiter (Unter anderem mit Kürbisravioli und Entrecôte, mit einer Weißweincuvée und dem holzfassgelagerten Lemberger). Wie macht Gimber das? „In meinem Kopf gibt es verschiedene Kategorien“, sagt er. Die Witzwirklichkeit hat Gimber in imaginären Schubladen geordnet - jede ist gut gefüllt. Vom einen in den anderen Bereich hüpft Gimber durch Assoziationen, würzt seine Rede mit Witzen wie andere mit Anekdoten. Aber auch die flicht er ein. Wie glücklich er mit seinem neuen Hobby ist, wird immer wieder deutlich. „Ich kann mit den Witzen eine Seite ausleben, die verkümmert war.“ Am Anfang sei auch die Aufregung groß gewesen. Doch als er erstmals eine Halle füllt in Freiberg am Neckar, merkt Gimber, dass er gut ankommt. Er ist froh darüber, das zeigt er - und nochmal doppelt, wenn es Wein gibt und gutes Essen - und den guten Zweck noch dazu.

Der Serviceclub Round Table hat seinen Ursprung im England der 1920er-Jahre und verbindet männliche Mitglieder bis zum 40. Lebensjahr. Der Pforzheimer Tisch organsiert unter anderem die Ostereiersuche im Wildpark oder ist mit einem Stand auf dem Birkenfelder Weihnachtsmarkt vertreten. Die jeweiligen Erlöse kommen verschiedenen Organisationen in der Region zu Gute.