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Wie der Gemeinderat tagt auch die Stadtsynode der evangelischen Kirche per Online-Schalte – und trifft ebenfalls keine grundlegenden Entscheidungen. Wie das auf dem Bildschirm aussieht, zeigt dieser Screenshot mit Dekanin Quincke.  Foto: Meister 

Onlinetagung der Stadtsynode: Evangelische Kirche behält zwei Kitas länger

Pforzheim. Ursprünglich sollte die Pforzheimer Stadtsynode am Wochenende zweitägig tagen. Zwar wäre dies mit einem strengen Schutzkonzept möglich gewesen, doch die Verantwortlichen entschieden sich für eine digitale Synode. Deshalb blieben Beschlüsse am Samstag aus und die Konferenz diente lediglich als Informationsveranstaltung. Doch trotz Corona stehen die Prozesse in der Stadtsynode nicht still, und vom Hohenwart Forum aus lenkten der Synodenvorsitzende Dietrich Pilz und Frank Burkhardt, Leiter der Kirchenverwaltung, die Übertragung mit rund 70 Teilnehmern.

Der Bau des Innenstadtzentrums, das Haus der Evangelischen Kirche heißen soll, schreitet voran. Spätestens im Frühjahr 2021 soll der Rohbau des 13,14 Millionen Euro teuren Projekts fertiggestellt sein. Mit einem Nutzungsbeginn ist im Anfang 2022 zu rechnen. Im viergeschossigen Bau möchte die Kirche in Zukunft ihre Verwaltungsaufgaben bündeln. Aufgrund der Bündelung der unterschiedlichen Funktionen kann die Kirche rund 6000 Quadratmeter Fläche sparen. Bereits jetzt laufen die Abrissarbeiten im Gemeindezentrum Sonnenhof.

Stadt braucht die Plätze

Dagegen werden die Kindertagesstätten an der Gerwig- und Maximilianstraße vorerst weiter betrieben. Die im November 2017 beschlossene „Kita-Landschaft 2023“ hatte ein Auslaufen dieser beiden Stätten vorgesehen. Das Kirchenleitungsgremium war nun aber der Meinung, dass der Prozess hinausgezögert werden muss, da die Stadt die Betreuungsplätze mittel- und langfristig benötigt. Pilz betonte, dass die Synode den Beschluss nun immer neu befassen muss. „Die Kirchen spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Kindergärten“, betonte Gert Hager. Andere Synodale forderten, eine zeitliche Grenze zu setzen.

Nach Angaben von Pilz hatte sich die Stadt Pforzheim zuletzt finanziell auf die Kirche zu bewegt. Aufgrund der Reduzierung des Kitas-Angebots war es in der Vergangenheit zu Protesten von Eltern gekommen. Die Kirche sprach weiterhin von einer vielfältigen und qualitativ hochwertigen Kindergartenlandschaft in Pforzheim, während Kritiker rein wirtschaftliches Verhalten unterstellten. Derzeit werden 69 Gruppen durch die evangelische Kirche als Träger von 21 Betreuungseinrichtungen betrieben.

Mitgliederschwund hält an

Mit Besorgnis präsentierte Dekanin Christiane Quincke die Themen der Landessynode. So müsse die Kirche weiter mit Mitgliederschwund rechnen, was eine Ausgabenreduzierung bis 2032 um 30 Prozent fordert. Laut Quincke stellt sich hierbei die Frage, wie die Zukunft der Kirche zu gestalten sei. In diesem Zusammenhang forderte sie, „Mut zu Neuen“. Sie machte deutlich, dass die Stadtsynode sich fortan mit dem Thema beschäftigen muss. Weiter berichtete Quincke, dass Almut Hundhausen-Hübsch im kommenden Frühjahr die Stelle als Pfarrerin in der Philippus-Gemeinde übernehmen wird. Zufrieden zeigte sie sich mit der Besetzung der Bezirksbeauftragten. „Neben Hauptamtlichen engagieren sich vor allem viele Ehrenamtliche mit viel Herzblut“, lobte Quincke. Die nächste Stadtsynode soll am 18. März stattfinden. Über die Form soll laut Pilz die Corona-Lage entscheiden.