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Ausgelassene Stimmung: Die Fans der „Rocky Horror Picture Show“ fiebern bei der Gewitterszene „There’s a light“ mit.  Thilo Keller
Ausgelassene Stimmung: Die Fans der „Rocky Horror Picture Show“ fiebern bei der Gewitterszene „There’s a light“ mit. Thilo Keller
04.09.2016

Open-Air-Kino endet mit dem Kultstreifen „Rocky Horror Picture Show“

Für das Finale des Open-Air-Kinos im Hof des Kulturhauses Osterfeld braucht es ein gewisses Maß an Vorbereitung – nicht nur für das Kino-Team, sondern vor allem für die Zuschauer. Denn wenn man den zur Tradition gewordenen Abschlussfilm „Rocky Horror Picture Show“ anschauen möchte, sollte man sich gut ausrüsten und beispielsweise Reis, Toilettenpapier, Konfetti und Toastbrot dabei haben.

Eingefleischte Fans wissen ganz genau, warum: Bei den passenden Szenen wird damit wild um sich geworfen. Ganz stilecht wird es natürlich mit der passenden Verkleidung – tatsächlich waren einzelne Mieder, wie sie auch die Protagonisten im Film tragen, im Publikum zu sehen. Auch das Team des Open-Air-Kinos stimmte die Besucher mit passenden Kostümen auf den außergewöhnlichen Film, bei dem Mitmachen angesagt ist, ein.

Damit das Publikum gut vorbereitet in die Vorstellung gehen konnte, gab es bei der Kartenkontrolle einen Leuchtstab und die „Pforzheimer Zeitung“, die das Open-Air-Kino auch präsentierte, dazu. „Die Zeitung ist zu ihrem Schutz“, so die fürsorgliche Erklärung. Ausgeteilt wurde außerdem ein Blatt mit Anweisungen. Hier konnten „Rocky-Horror-Picture-Show“-Neulinge nachlesen, wann etwas geworfen wird oder welche Zwischenrufe zu den einzelnen Szenen gehören. „Schmeißen sie keine ganzen Reissäcke und das Toilettenpapier bitte auch vorher auspacken“, so der gut gemeinte Rat von Christine Müh, Geschäftsführerin des Kommunalen Kinos, bei der Begrüßung der Kinogäste.

Und so regnete es bald massenhaft Reis passend zur Hochzeit gleich zu Beginn des Filmes. Wenige Szenen später kamen auch schon die Zeitungen zum Einsatz – genauso wie sich die Darstellerin im Film vor Regen schützte, wanderten auch die Zeitungen auf die Köpfe der Zuschauer, weil unzählige Spritzpistolen den Regen simulierten.

Für die Kinobesucher gab es diesmal ein Bonbon, denn parallel zum Film wurden die Szenen durch die Gruppe „Another Planet“ aus dem Rhein-Neckarraum dargestellt. „Wir sind die älteste noch spielende Stagecrew“, sagte Isabelle Veith. „Wir spielen synchron mit, genauso wie es auch im Film heißt: Don’t dream it, be it“, erklärte Dr. Dieter Koch. Seit Ende der 1980er Jahre tritt die Gruppe regelmäßig bei Vorführungen der „Rocky Horror Picture Show“ auf. So gab es in Pforzheim den Film quasi im Doppelpack, einmal auf der Leinwand und einmal direkt darunter mit originalgetreuen Requisiten. „Ich habe den Film vor etwa 35 Jahren das erste Mal gesehen und mich jetzt sehr darauf gefreut“, sagte Zuschauerin Marina Riedel aus Knittlingen. „Früher gab es nur Reis und Wasser, jetzt gibt es ein ganzes Drehbuch dazu“, wunderte sie sich. „Im nächsten Jahr sind wir voll ausgerüstet“, sagte ihr Mann Volker Riedel.