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Todesängste vor einem Stalker: So hat am Dienstag eine Zeugin ihre Gefühlslage vor dem Pforzheimer Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Karl-Michael Walz ausgedrückt.
Opfer erlitt Todesängste - Bewährungsstrafe für Stalker © Seibel
29.03.2011

Opfer erlitt Todesängste - Bewährungsstrafe für Stalker

PFORZHEIM. Todesängste vor einem Stalker: So hat am Dienstag eine Zeugin ihre Gefühlslage vor dem Pforzheimer Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Karl-Michael Walz ausgedrückt. Der Vorfall ereignete sich Ende Januar 2010. Auf der Anklagebank: ein 22-jähriger Zerspanungsmechaniker, der zunächst den Vorwurf der Vergewaltigung seiner Ex-Freundin abgestritten hatte, aber am Nachmittag geständig war.

So wurde der auf zwei Tage angesetzte Prozess bereits am Dienstag abgeschlossen, weil nicht mehr alle Zeugen gehört werden mussten. „Nicht der typische Vergewaltiger, sondern eher ein richtiger Stalker“, sagte der vorsitzende Richter. Der Angeklagte erhielt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Außerdem muss er an sein Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von 7000 Euro zahlen.

Verteidigerin Susanne Burkhardt wies darauf hin, dass ihr Mandant zu einem Zeitpunkt einen gemeinsamen Urlaub und eine einvernehmliche Liebesnacht mit der Zeugin verbracht habe, als die Beziehung schon offiziell beendet gewesen sei. Den von Oberstaatsanwältin Gabriele Gugau eingebrachten zweiten Anklagepunkt des Stalking am 13. August 2010 vor einer Wohnung auf dem Haidach räumte der Angeklagte ein. Er habe um 0.30 Uhr seiner ehemaligen Freundin aufgelauert, weil er mit ihr reden wollte. Dabei sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er gegen ein polizeiliches Annäherungsverbot verstoßen. Seit 10. Februar 2011 sitzt er in Untersuchungshaft.

Die vorher erfolgte als Vergewaltigung angeklagte Tat hat an einem unbestimmten Tag Ende Januar 2010 auf dem Rücksitz seines Autos in der Nähe des Verkehrsübungsplatzes auf dem Haidach stattgefunden. Er habe seine Ex-Freundin nach einer Party nach Hause gefahren. Die Details beschrieb die Zeugin, die Nebenklägerin ist, in einer nicht-öffentlichen Anhörung vor Gericht. Ihr Anwalt Jörg Blume hatte das beantragt.

Auf einen Widerspruch wies die Oberstaatsanwältin hin, nachdem die SMS-Protokolle des Angeklagten an die Zeugin verlesen worden waren. Darin hatte er der Zeugin ein freiwilliges Mitmachen beim Sexualverkehr unterstellt. „Aber vor Gericht sagt er, der Vorfall hätte gar nicht stattgefunden“, so Gugau.i