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Stop! 2017, so sieht es jetzt aus, wird wohl kein Abimove durch die Innenstadt rollen. © Ketterl/Dietz
Fröhliche Gesichter, ausgelassene Stimmung - das war der Abimove 2016. Seit 1998 gibt es diesen Umzug im Loveparade-Stil. Die Zukunft des Events sieht aber düster aus. © Ketterl
09.12.2016

Organisationsteam steigt aus: Fällt der legendäre Abimove 2017 aus?

Pforzheim. Von wegen, in Pforzheim ist nichts los. In der Goldstadt kann richtig gut gefeiert werden. Eine Superfete, die national noch von keiner anderen Stadt kopiert werden konnte, ist der Abimove. Zehntausende Abiturienten, Mitschüler, Freunde feierten seit 1998 stundenlang bei einem Umzug durch die Innenstadt. Doch mit dieser Pforzheimer Loveparade-Variante scheint es jetzt vorbei zu sein.

Die Abi-Party des Jahres: Abimove 2015

„Einen Abimove in 2017 wird es aller Voraussicht nach nicht mehr geben“, verkündet die Facebookseite „Abimove Pforzheim“. Doch es kommt noch düsterer. Eine Fortführung in 2018 scheint ebenfalls völlig offen zu sein. „Diese Entscheidung mussten wir gestern nach Monaten ausgiebiger Planung und Diskussion mit den teilnehmenden Schulen treffen. Wir sind davon selbst mehr als enttäuscht, aber letztlich blieb uns keine andere Wahl mehr“, erklärt Abimove-Veranstalter Tobias Gay, Geschäftsführer von „erlebnishelden“. Das alte Konzept hätte sich nur mit hohem finanziellen Einsatz und personellem, zeitlichen Aufwand realisieren lassen.

Bildergalerie: Feier auf dem Messplatz - Abimove 2016

„erlebnishelden“ macht folgende Rechnung auf: Hätte jede Schule ihren eigenen LKW gehabt, wären mindestens 68.000 Euro Kosten entstanden. Dabei sei es schwierig gewesen, Personal für Auf- und Abbau, Reinigung, Ordnungskräfte, Sicherheits- und Rettungsdienst zu bekommen. Da es in den vergangenen Jahren immer mehr Zahlungsverzüge oder auch kurzfristige Zahlungsausfälle bei den teilnehmenden Schulen gab, sei für die Veranstalter ein enormes Problem entstanden.

Bildergalerie: ABIMOVE // 04.06.2016

„Gemeinsam mit Schülern aus den vergangenen Jahren haben wir ein Konzept entwickelt, was zum einen lediglich 35.000 Euro Gesamtkosten mit sich gebracht hätte, zum anderen aber auch die Organisation erleichtert und die Durchführung sichergestellt hätte“, heißt es auf der Facebookseite. Die Neuerungen: Der Abimove findet am Ende der Woche erst am frühen Abend statt, damit auch Eltern, Freunde und Bekannte die Möglichkeit hben, mit den Abiturienten zu feiern. Das erleichtert die Personalbeschaffung und ermöglicht einen Getränkeverkauf, der zur Finanzierung der Abiparade beitragen soll.

Bildergalerie: Tour durch die Stadt - Abimove 2016

Doch dieses Konzept scheint offensichtlich nicht alle überzeugt zu haben. Die Stimmung unter den Schülern und der Zuspruch der Schulen sei nicht einheitlich pro neues Konzept gewesen, so die Facebookmeldung von „erlebnishelden“. „In dieser Veranstaltung steckt immer ein Jahr an Vorbereitung, unzählig viele Gespräche mit Behörden und Partnern, um alles weiter zu optimieren, zahlreiche Treffen mit Vertretern von den teilnehmenden Schulen und um den Abimove herum selbst einige schlaflose Tage, damit am Ende alles perfekt funktioniert“, so Tobias Gay in seiner Mitteilung. Gewinn habe „erlebnishelden“, die an sechs Abimoves zwischen 2011 und 2016 mitgewirkt haben, keinen erzielen können.

 

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