760_0900_97450_Stadtmission_Ostergarten_01.jpg
Die Kids-Street-Gruppe der Johannesgemeinde vom Wasserturm hat sichtlich Freude am Rundgang durch den Ostergarten, hier im Paradies, von der Stadtmission. Foto: Meyer

Ostergarten der Stadtmission: Am Ende geht es ins Paradies

Pforzheim. Es duftet nach Weihrauch und Myrrhe auf dem orientalischen Markt: Der Festtagstrubel des Passahfests vor 2000 Jahren und die angespannte Stimmung zwischen Juden und Römern wird erlebbar. Der Besucher kann dort Datteln kosten und den Erläuterungen des antiken Tourist-Guides lauschen. Es ist die erste von zehn Stationen der Leidensgeschichte Jesu, die in den Räumen der Stadtmission an der Sachsenstraße 10 bis Ostersonntag zu sehen ist. Es ist eine besondere Zeitreise: Der vierte Ostergarten versetzt den Besucher mit Hilfe von Requisiten, Düften und aufwendiger Lichtgestaltung in die Zeit Jesu zurück.

Rund 1500 Quadratmeter sind dafür in verschiedene Schauplätze verwandelt worden. Stadtmissionar und Verantwortlicher für das Projekt, Dirk Günkel, rechnet mit 17 000 Besuchern bis Ostersonntag. „Die Geschichte auf diese Weise erzählt, schlägt jeden in den Bann“, sagt der Pfarrer. Der Zulauf, auch von Schulklassen, hänge damit zusammen, dass das aufwendige Projekt nur alle drei Jahre stattfinde und dadurch besonders bleibe. Eine Gärtnerei hat beispielsweise Oliven-, Zitronen- und Orangenbäume in großen Töpfen dekorativ angeordnet, ein Blumengeschäft hat Rasen und Blumen gepflanzt, die dreieinhalb Wochen versorgt werden wollen.

Im Schnitt biete die Stadtmission 650 Besuchern pro Tag eine Führung an, die alle 20 Minuten beginne, erklärt Günkel. Ein Drittel mehr könne täglich bei Bedarf versorgt werden.

An diesem Tag ist auch die evangelische Kita Wurmberg dabei. Die Kinder seien von den sinnlichen Eindrücken sehr beeindruckt gewesen, erzählt Erzieherin Christine Schneider während die Kinder ihre Rücksäcke schnappen. Derweil warten Erwachsene im Café auf den Beginn ihrer Führung. Zunächst durchschreiten die Gruppen ein Stadttor und finden sich in der Stadt Jerusalem wieder. Ein Mann in historischem Gewand empfängt sie als Touristen-Guide und gibt jedem einen Stein mit auf den Weg.

Dieses Zeichen der Beschwernis könnten sie später in Golgatha ablegen. Denn Jesus nehme die Last der Menschheit auf sich erklärt Günkel. Die Besucher werden auch durch Hörspielsequenzen hineingenommen in die Geschehnisse rund um Jerusalem. Angefangen vom Abendmahl über die Gefangennahme Jesu bis hin zur Kreuzigung begeben sie sich selbst auf den Weg, den Jesus gegangen ist. Im Garten Gethsemane etwa wird der Verrat durch eine unheilvolle Beleuchtung greifbar, den Judas für ein Schiergeld begangen hat. Und auch Golgatha wird zu einem realen Ort, der Leid und das quälende Sterben zeigt.

Ehrenamtliche helfen mit

Allein der Aufbau des Ostergartens Ende März hat einen hohen Aufwand erfordert: Mehr als 100 Freiwillige pflanzten 700 Palmen, Oliven- und Citrusbäume, verarbeiteten 2000 Quadratmeter Stoff und verlegten zwei Kilo Kabel. Bis zu 50 Ehrenamtliche sorgen pro Tag nicht nur für die passenden Erklärungen beim Rundgang, sondern putzen, schenken Kaffee aus und helfen am Eingang mit Erklärungen weiter.

Der Abbau am Ostermontag werde deutlich schneller vonstatten gehen als der Aufbau, vermutet Günkel. Die Stadtmission habe für die Requisiten extra ein Lager in der Nordstadt angemietet. Die großen Kulissen würden aber erst am Dienstag nach Ostern endgültig dort verstaut werden, um die Ruhe der Ostertage nicht zu stören.

Bis zum 21. April führen geschulte Mitarbeiter Interessierte durch den Ostergarten. Die Führung dauert etwa 50 Minuten. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5,50 Euro und für bis 18 Jährige zwei Euro. Der Ostergarten finanziert sich außerdem durch Spenden und wäre ohne die ehrenamtliche Arbeit nicht möglich. Weitere Informationen im Internet unter www.ostergarten-pforzheim.de