nach oben
Haben keine dritte Spielkameradin mehr: „Otella“ und „Lotta“ halten im Wildpark die Stellung und Besucher bei Laune. Foto: Zindl/Schwarz
Haben keine dritte Spielkameradin mehr: „Otella“ und „Lotta“ halten im Wildpark die Stellung und Besucher bei Laune. Foto: Zindl/Schwarz
In einem Weiher bei Wimsheim wurde „Lolla“, genannt Otti, zuletzt gesichtet. Foto: PZ-Archiv (Schwarz)
In einem Weiher bei Wimsheim wurde „Lolla“, genannt Otti, zuletzt gesichtet. Foto: PZ-Archiv (Schwarz)
29.02.2016

Otti bewegt auch fast ein Jahr nach ihrer Flucht die Wildpark-Freunde

Pforzheim. „Fischotter sucht gewitzt das Weite“ – „Leser fiebern bei Otter-Suche mit“ – „Otti taucht auf und wieder ab“: Wochenlang hatte die aus dem Wildpark ausgebüxte Otterdame im vergangenen Frühjahr PZ-Schlagzeilen wie diese produziert und Tierfreunde in der Region in Atem gehalten. Bis dann am 22. April alle Hoffnungen schwanden. „Otti offenbar auf und davon“, konstatierte die „Pforzheimer Zeitung“. Doch in Vergessenheit geraten ist der tierische Abenteurer bis heute weder beim Wildpark-Team noch bei Besuchern.

Eine neue Tonansage während der Schaufütterung der zwei verbliebenen Fischotter berichtet von Otti und ihrer Flucht. Und erst jüngst hat Wildpark-Förster Carsten Schwarz wieder per E-Mail den Hinweis auf eine mutmaßliche Otter-Sichtung erhalten. „Ottis Geist ist noch da“, freut sich Schwarz über das Interesse.

Wie so oft handelte es sich bei dem zugesandten Bild um eine Nutria – eine Biberratte, die Ottern ziemlich ähnlich sieht. Seit Ostern vor einem Jahr, als Schwarz und seine Helfer per Schlauchboot in einem Weiher in Wimsheim Otti ganz nah kamen, fehlt von der Otterdame jede Spur. „Es gibt weder ein Lebens- noch ein Todeszeichen“, sagt Schwarz, der es aber für gut möglich hält, dass sich Otti bester Gesundheit erfreut. Verhungert sei der Ausreißer definitiv nicht. Und den Winter zu überstehen, sei für einen Fischotter kein Problem. Aber Otti dürfte sich einsam fühlen und nach Artgenossen suchen. „Vielleicht sucht sie sich zu Tode“, weist Schwarz auf die Gefahr durch den Menschen, vor allem durch von Menschenhand gesteuerte Autos hin. Ist die neun Jahre alte Otti bislang dieser tödlichen Begegnung entgangen, könnte sie sich inzwischen in völlig anderen Gefilden befinden.

Mama „Otella“ und die damals für ebenfalls ausgebüxte, aber rasch wieder eingefangene Schwester „Lotta“ werden im Wildpark-Gehege unter sich bleiben. Otti, die eigentlich „Lolla“ heißt, wird vorerst nicht ersetzt. Wie Schwarz berichtet, ist die 16 Jahre alte „Otella“ schon ein wenig senil. Man wolle es der alten Dame nicht zumuten, neue Fakten zu schaffen.

Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news