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Gerhard Ketterl beim Aufbau seiner Ausstellung „augenBLICKE“ mit Osterfeld-Mitarbeiter Joachim Walch (rechts). Foto: Pfäfflin
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Hubert Bücklers nimmt von Tatort-Star Eberhard Feik die Fingerabdrücke. Foto: Ketterl
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Prominente Kollegin: Gina Lollobrigida 1975 bei den Berliner Filmfestspielen. Foto: Ketterl

PZ-Fotograf Gerhard Ketterl geht in den Ruhestand – Ausstellung mit seinen Fotos im Kulturhaus Osterfeld

Pforzheim. Ein Blick zurück: Es ist der 17. März 1974. Ein schmächtiger 17-Jähriger steht in der Kiehnlestraße vor dem Gebäude der „Pforzheimer Zeitung“. Ein etwas älterer Herr mit Schnauzbart fragt ihn, was er denn wolle? „Bilder abliefern, bei der Sportredaktion.“

Doch Sportchef Otto Winter ist angesichts des Bürschleins zuerst skeptisch: „Alla her“, meint er in seinem unnachahmlichen Pfälzer Dialekt, „muss ich die Bilder wirklisch abdrucke?“. Er muss.

Ein Blick voraus: 24. April 2019 - Proppenvoll ist es im Kulturhaus Osterfeld, denn Pforzheims wohl bekanntester Pressefotograf eröffnet seine Ausstellung. Ein langer Weg, gepflastert mit zigtausenden von Fotografien, den Gerhard Ketterl seit jenem Tag im März 1974 zurückgelegt hat, als seine ersten Bilder von Huchenfelder Jugendturnerinnen in der PZ abgedruckt wurden. Und ein Berufsweg, der sich im kommenden Monat dem Ende nähert, steht doch für den 1956 geborenen Fotografen der Ruhestand an. Doch nicht ohne zurückzublicken – anhand von 45 großformatigen Fotografien, die ein gewaltiges Stück Stadt- und Zeitgeschichte dokumentieren. „Pforzheim, Promis, Politiker und der Rest der Welt“ – unter diesem Motto sind die Aufnahmen der Ausstellung „augenBLICKE“ zusammengefasst.

Ein Titel, der – gerne auch bei anderen Schauen verwendet – genau das aussagt, was den PZ-Fotografen ausmacht, was seine große Stärke spiegelt: Gerhard Ketterl ist einer, der immer im exakt richtigen Augenblick den Finger auf dem Auslöser hat.

Meist instinktiv. Und so entstehen Fotografien, die ebenso lebendig sind, wie überraschend, die über Jahrzehnte das optische Bild der PZ mitprägen. Und es sind Bilder, die Geschichten erzählen: vom Onkel Wolfgang und den Feuerwehrkindern, vom erfolgreichen Kampf der Pforzheimer gegen die Busse in der Fußgängerzone, von einer fotografierenden Star-Schauspielerin und einem „Tatort“-Kommissar bei der Pforzheimer Kripo. Von einer Oberbürgermeisterin, die zum Kanonenfutter wird, und einem OB, der als Redner an beziehungsreicher Stelle steht. Von einem bewegten Helmut Kohl und einer süß lächelnden SPD-Politikerin samt Bundeskanzler. Zu jedem dieser Bilder hat Gerhard Ketterl auch selbst viel zu erzählen: In diesem Fall schriftlich in der Ausstellungsbroschüre. Aber vielmehr sei nicht verraten, denn am Mittwoch ist es schon soweit: Um 20 Uhr wird im Foyer des Kulturhauses Osterfeld die Ausstellung eröffnet. Und – „alla her“ – da muss man dabei sein.

Sandra Pfäfflin

Sandra Pfäfflin