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Zoe Schmidt und Mathis Vogt von der Mobilen Kinder- und Jugendarbeit bereiten mit den Kindern im LukasZentrum Schoko-Früchte vor.  Foto: Meyer 

PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ finanziert Mittagessen für Mädchen und Jungen in Pforzheim

Pforzheim. Zuerst wurde der Pforzheimer Weihnachtsmarkt abgesagt. Dann mussten auch die Macher vom Stadtjugendring und den DiakoniePunkten neu planen. Denn eigentlich sollten mit Unterstützung von „Menschen in Not“ in der Adventszeit kleine Weihnachtsmärkte rund um die DiakoniePunkte stattfinden. „Familien aus den Brennpunkten der Stadt sollten unbeschwert mit ihren Kindern einen Mittag erleben“, erklärt Elena Link, Leiterin des LukasZentrum. Schnell habe man reagiert: nun können sich die Familien ein Weihnachtspäckchen dort abholen. Darin sind: Bienenwachskerzen mit Anleitung zum Drehen, ein Punsch zum Selbstwarmmachen, ein Päckchen mit Weihnachtsmandeln, Seife sowie ein Weihnachtsgruß. „Wenn wir das nicht machen, haben viele Familien einfach gar nichts“, weiß Link.

Im LukasZentrum werden rund 60, in Dillweißenstein rund 40, in Brötzingen rund 30 und in der Altstadt rund 40 Kinder mit ihren Familien mit einem Paket überrascht. Im DiakoniePunkt an der KF werden Pakete für Senioren geschnürt. Rund 5000 Euro sind dafür veranschlag, die „Menschen in Not“ trägt.

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Mathis Vogt zeigt Uarzan, wie der Teig fürs Stockbrot richtig befestigt wird. Foto: Meyer

Damit nicht genug. Der PZ-Hilfsverein übernimmt auch für verschiedene Ferienprogramme des Stadtjugendrings in Kooperation mit der Diakonie im kommenden Jahr teilweise die Programmkosten und bezahlt das Mittagessen für die Mädchen und Jungen. Diese Unterstützung war eine Idee des Projektbeirats von „Menschen in Not“. Das Gremium hatte im Herbst den Anstoß dazu gegeben.

Projekte für die Ferien

„In den Osterferien wird es im DiakoniePunkt Dillweißenstein ein hochwertiges Programm im Rahmen des Reuchlinjahres mit Querfinanzierung durch Kulturamt und Löbliche Singer geben“, verrät Robin Schneider, Leiter der Mobilen Kinder- und Jugendangebote beim Stadtjugendring. „Geplant ist eine digitale Stadtteilralley mit den Kindern, die sich mit dem Thema Reuchlin und den Werten von Reuchlin auseinandersetzt“, erklärt Schneider.

In den Pfingstferien werden zwei Wochen lang Programme wahrscheinlich in Brötzingen und in der Altstadt angeboten. „Roland Bliesener und sein Team werden das übernehmen“, verrät Schneider. Der Zuschussbedarf liegt bei rund 7000 Euro.

Für die Sommerferien plant der Stadtjugendring derzeit noch damit, dass die Kinderspielstadt „Puzzelheim“ stattfinden könnte. „Das ist traditionell zu Beginn der Ferien.“ Ebenso die Stadtranderholung. Für die zweite Hälfte der Sommerpause könnten aber zusätzlich Roland Bliesener und sein Team ein Angebot schaffen, sagt Schneider. „Aber das ist alles noch offen.“

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Uarzan dreht geduldig den Stock und freut sich auf die Leckerei. Foto: Meyer

Elena Link ist froh, dass die Kosten für die Mittagessen von „Menschen in Not“ übernommen werden.

"Wir haben ganz viele Kinder, die hungrig kommen. Die Mitarbeiter schmieren dann schnell Brötchen für die Mädchen und Jungen."

Dann kämen sie an und könnten vielseitig gefördert werden. „Sie haben mit Gleichaltrigen zu tun und müssen nicht zu Hause auf die kleinen Geschwister aufpassen“, weiß Link, die schon erlebt hat, dass ein Kind nicht am Ferienprogramm teilnehmen durfte, weil es zu Hause auf die Geschwister aufpassen muss.

„Freizeit ist ein Gestaltungsraum“, sagt Robin Schneider. „Das ist kein Zeitraum, den man irgendwie rumkriegt, egal mit was, sondern das ist Zeit für mich, in der ich mir Ressourcen aneignen kann“, mahnt er mit Blick auf das Angebot von Plattformen dafür. „Dann können die Kinder ihren Horizont erweitern, denn Ferienzeiten sind Entwicklungszeiten für die Kinder.“

„Für die Ferienprogramme in den DiakoniePunkte sind bei der Diakonie bislang keine Mittel eingeplant“, weiß Link. Nur das LukasZentrum biete immer Aktionen an. Gerade in der Altstadt, im neuen DiakoniePunkt habe man aber in diesem Sommer gesehen, dass mehrere Wochen der Bedarf da war. „So konnten wir vielen Kindern die Ferien verschönern.“

Weihnachtsaktion 2021 – das sind die großen Projekte:

Erlebnisweihnacht: Die Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit. Deshalb organisiert die Diakonie Pforzheim in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring eine Erlebnisweihnacht. Kinder und ihre Familien, einsame, alte und junge Anwohner werden an einem Nachmittag in einen der vier DiakoniePunkte Altstadt, Dillweißenstein, Brötzingen und Weststadt eingeladen. Die Menschen können sich ein Weihnachtspäckchen abholen. Darin sind: Bienenwachskerzen mit Anleitung zum Drehen, ein Punsch zum Selbstwarmmachen, ein Päckchen Weihnachtsmandeln, Seife, ein Weihnachtsgruß. Der DiakoniePunkt KF89 schnürt die Päckchen für Senioren je nach Bedarf. Außerdem wird „Menschen in Not“ im kommenden Jahr das Mittag-essen für die Kinder der Ferienbetreuung finanzieren.

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Beim Fototermin im November hoffen Elena Link und Robin Schneider noch, dass die Erlebnisweihnacht stattfinden kann. Archivfoto: Meyer

Digitale Ausstattung und Bildung von Kindern: Im Zentrum für Familien in der Pforzheimer Innenstadt werden Kinder aus sozial und finanziell benachteiligten Familien begleitet, gebildet und gefördert. Dort soll ihnen – neben der bedingungslosen Annahme und Wertschätz – ein geregelter, an Ritualen orientierter und sinnstiftender Tagesablauf geboten werde Die Kinder, die sich überwiegend im Grundschulalter befinden, kommen nach der Schule ins Zentrum, um dort Mittag zu essen, ihre Hausaufgaben zu machen, schulisch gefördert zu werden und danach im Freispiel oder in Projekten pädagogische und soziale Bildung zu erfahren. Im Zentrum für Familien stehen einige Tablets zur Verfügung, die die digitale Bildung der Kinder unterstützen sollen. Allerdings nicht genügend. Für rund 12.000 Euro sollen weitere Tablets gekauft und die Kinder geschult werden.

Forum für Alleinerziehende: Familienkonzepte sind heute anders als im 20. Jahrhundert. Ein großer Teil der Kinder wächst nicht mehr in Familien mit beiden leiblichen Elternteilen auf. Alleinerziehend zu leben, ist in den meisten Fällen kein geplanter Schritt und nicht die gewünschte Lebensform der betroffenen Elternteile und Kinder. Gerade in den durch die Pandemie bedingten Lockdowns hat sich gezeigt, dass alleinerziehende Eltern und deren Kinder besonders gestresst und benachteiligt waren. Prekäre Beschäftigungslagen haben nicht nur die aktuellen finanziellen Nöte verschärft, sondern auch die Zukunftsängste. Mit Beziehungsarbeit bietet der Kinderschutzbund den Alleinerziehenden aus Pforzheim und dem Enzkreis eine Vertrauensbasis, offenen Austausch und Reflexion der eigenen Lebensrealität. Die offenen Treffen finden immer 14-tägig statt und werden in den kommenden zwei Jahren mit 30.000 Euro unterstützt.

E-Spielmobil für den Stadtjugendring: Das Spielmobil des Stadtjugendrings ist ein treuer Gefährte. Immer wenn Aktionen der mobilen Kinder- und Jugendarbeit (Moki) stattfinden, ist der Transporter dabei: bei Ferienprogrammen, Kinderfesten oder Schulaktionen. Er bietet Platz für verschiedene Spielgeräte, unhandliche Tischgarnituren und sonstige schwer zu bewegende Dinge. Der Transporter ist allerdings mehr als in die Jahre gekommen. Rost nagt an der Hülle und frisst sich unaufhaltsam durch. Der alte Verbrenner hinterlässt nicht nur beim Anlassen eine dicke dunkle Wolke Abgase. Der Stadtjugendring setzt nun auf eine Alternative: Das neue Spielmobil wird ein Elektro- fahrzeug sein. Der Neupreis für dieses Gefährt liegt bei rund 65.000 Euro.

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Region

PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ sammelt auch 2021 für Bedürftige in der Region

Susanne Knöller

Susanne Knöller

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