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Flanieren und Verweilen: Dazu lädt die neue Fußgängerzone ein. Foto: Moritz
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Sibylle Schüssler. Foto: Moritz

PZ-Interview mit Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler: "Die Fußgängerzone kommt an"

Morgen wird die umgestaltete Fußgängerzone offiziell an die Pforzheimer übergeben. Wenn es nach Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler geht, sollen zeitnah auch die Seitenstraßen folgen. Im PZ-Interview zieht die Dezernentin zufrieden eine erste Bilanz.

PZ: Der Pforzheimer neigt ja bekanntlich zum Bruddeln. Was entgegnen Sie ihm: Was gefällt Ihnen besonders gut an der neuen Fußgängerzone?

Sibylle Schüssler: Mein Eindruck ist, dass die Fußgängerzone einfach gut ankommt: Es sind mehr Menschen unterwegs, es wird flaniert, es wird gebummelt und verweilt. Die Sitzmöbel erfreuen sich großer Beliebtheit. Im Herzen unserer Stadt ist ein klarer, offener, gut strukturierter Raum entstanden, in dem sich die Menschen offensichtlich wohlfühlen. Das war unser Ziel – eine Fußgängerzone für die Menschen hier in Pforzheim, ob Einheimische, Besucher, Gäste. Tja, und tatsächlich: Es wird kaum „gebruddelt“, allen Unkenrufen zum Trotz.

PZ: Wo sehen Sie noch Optimierungsbedarf?

Sibylle Schüssler: Denken wir uns die Fußgängerzone als einen „Raum“, den sie ja eigentlich darstellt, so haben wir für einen neuen, ansprechenden Bodenbelag und einen Teil der Möblierung gesorgt. Bei der Neugestaltung der „Wände“ freuen wir uns, wenn noch mehr Eigentümer unser Fassadenförderprogramm in Anspruch nehmen. Gute Beispiele als Vorbilder gibt es ja bereits. Die eine oder andere Schaufenstergestaltung hat sicherlich auch noch Luft nach oben.

PZ: Wie geht es nun weiter, insbesondere mit Blick auf die Seitenstraßen?

Sibylle Schüssler: Ganz kurze Antwort: hoffentlich schnell! Für den nächsten Haushalt werden wir entsprechende Mittel anmelden. Den Rahmen haben wir mit dem Nutzungskonzept Innenstadt ja bereits beschlossen. Aber auch hier gilt: Der Bodenbelag macht’s nicht alleine. Wir brauchen Innovation und Engagement in der Nutzung. Und wir brauchen Immobilieneigentümer, die uns positiv begleiten.

PZ: Wie wird das unberechtigte Einfahren in die Fußgängerzone eingedämmt, wenn die Poller aufgrund der Bauarbeiten wieder verschwinden müssen?

Sibylle Schüssler: Die Poller verschwinden ja nur im Osten, und das auch nur temporär. Die Baustelle wird dann ihr Übriges tun, die Einfahrt zumindest unbequem zu machen und zu erschweren. Die westlichen Poller nehmen Anfang Juli ihren Betrieb auf.

PZ: Wird es direkt in der Fußgängerzone noch nachträglich Radständer geben?

Sibylle Schüssler: Wenn Sie sich gerade jetzt im Sommer durch unsere Fußgängerzone bewegen, können Sie sehen, dass schon ziemlich viel los ist an Möblierung. Hier meine ich die Gastronomie, aber auch Leuchten, Sitzelemente, Müllbehälter und bald einen Trinkbrunnen. Ich glaube nicht, dass es hier noch mehr braucht. Angebote an die Radfahrerinnen und Radfahrer gibt es derzeit ausreichend in den unmittelbar angrenzenden Bereichen. Sie finden Möglichkeiten in der Bahnhofstraße, bei der Cityapotheke, der Galeria Kaufhof und am Rathaus.

PZ: Wann wird der neue Trinkbrunnen aufgestellt?

Sibylle Schüssler: Unser Wettbewerb zur Gestaltung eines Trinkbrunnens für KünstlerInnen aus Pforzheim und der Region war erfolgreich. Die Glaskünstlerin Iris Henkenhaf-Stark hat die Jury überzeugt und den ersten Preis gewonnen. Wenn alles glattläuft, werden wir im Herbst mit der Installation und Einweihung des Trinkbrunnens ein weiteres Highlight feiern können.

PZ: Werden Sie künftig noch strenger auf die Umsetzung der Gestaltungsrichtlinien schauen?

Sibylle Schüssler: Es geht um den öffentlichen Raum mitten in unserer Stadt, und da sollten wir alle ein besonderes Augenmerk auf gute Gestaltung legen. Mit unseren Gestaltungsrichtlinien haben wir auf die seit Jahren immer wieder formulierten Anregungen aus Handel, Gastronomie und Politik reagiert. Es geht darum, alle für dieses Thema zu sensibilisieren. Bisher klappt das gut, die guten Beispiele sollen Vorbild sein. Aber natürlich haben wir ein besonderes Auge darauf.

Die Eröffnung der Fußgängerzone

Die Innenstadt attraktiver gestalten und die Menschen zum Verweilen einladen – das sind auch die Ziele der Klavier-Mitmach-Aktion „Spiel mich! PF“. Die Eröffnung der Fußgängerzone mit diesem Format zu verbinden, lag somit auf der Hand. Am Samstag, 22. Juni, ab 12 Uhr erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm in der gesamten Innenstadt. Los geht es auf der Bühne in der Fußgängerzone mit der feierlichen Eröffnung durch Baudezernentin Sibylle Schüssler. Es spielen die „Penthouse-Jazzband“, der Liedermacher Roland Bliesener, die Jugendmusikschule und die Pianistin Sarah Straub. Ab 13 Uhr ist dann an den 13 Klavier-Standorten einiges geboten. Um 13.15 und 15 Uhr spielt die Jugendmusikschule am PZ-Stand beim Dicken. Bis 18 Uhr ist „Mister Piano“ am „Walking Piano“ zu erleben. Daneben gibt es auf dem Marktplatz ein musikalisches Kinderprogramm. Die ansässigen Gastronomiebetriebe sowie regionale Food-Trucks sorgen für die Bewirtung. Ab 19 Uhr spielt die Live-Band „Hot´n Cool“. Die Aktion „Spiel mich! PF“ geht dann bis 20. Juli weiter. (pm)