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Schau mal, was alles im Seehaussee lebt: Der Vorsitzende des Angelsportvereins, Frank Haegele (rechts), erklärt PZ-Lesern den Lebensraum der Tiere. Foto: Meyer
Pro Liter 7,2 Milligramm: Michael Etzel vom Angelsportverein kontrolliert den Sauerstoffgehalt des Gewässers und ist zufrieden. Foto: Meyer
11.08.2017

PZ-Aktion „Schau mal, wo du lebst“: Zu Besuch beim Seehaus im Hagenschieß

Pforzheim. Fast 50 Kilo schwer und zwei Meter lang: Der Wels, der einem Huchenfelder im Jahr 2015 am Seehaussee an die Angel ging, verlangte ihm das Äußerste an Kraft ab, erklärt Frank Haegele. Der Vorsitzende des Angelsportvereins Pforzheim zeigt zur Veranschaulichung auf eines der Fotos entlang des mobilen Fischlehrpfads. Der Riesenfisch endete als Spende an den Verein zunächst filetiert in der Kühltruhe. Später wurde er bei einem Fest vervespert. Acht Teilnehmer der PZ-Aktion „Schau mal, wo du lebst“ folgen interessiert den Ausführungen des 47-Jährigen. Es sei der größte jemals gefangene Fisch in Pforzheim gewesen. Ein Geheimnis bliebe, wie er in den maximal 1,80 Meter tiefen See gelangt sei – vielleicht durch zugekauften Besatz aus der Donau.

Bildergalerie: Schau mal, wo du lebst - auf den Spuren von Zander, Aal und Rotaugen

Zentnerweise Fisch

Acht Zentner Fische tummeln sich im See, vor allem Karpfen aber auch Zander, Aal und Rotaugen. Die Angler holen jährlich 200 Kilo aus dem Wasser. Haegele ist an diesem Morgen angetreten, um nicht nur zu erklären, was sich unter der Wasseroberfläche oder auch in der Böschung an Tieren tummelt, sondern auch, welche Arbeit der Verein für den Umweltschutz leiste. Ob Informationsveranstaltungen für Schulen und Kindergärten, der Baumschnitt im Frühjahr oder auch die Sommerputzaktion, die 14 aktiven Vereinsmitglieder haben alle Hände voll zu tun. „Wir sind der kleineste Verein im Land und bilden mit 300 Anglern im Jahr die meisten aus“, sagt Haegele. Auf seinem Weg vom Buckenberg nach Würm fährt er täglich über das Seehaus und sammelt dort Unrat auf. An diesem Morgen hat er einen leeren Feuermelder im Gebüsch gefunden. Der Schaum auf dem Wasser hatte besorgte Bürger in Unruhe versetzt. Zu den Aufgaben des Vereins gehöre es auch, den Sauerstoffgehalt des Wassers zu kontrollieren. Den See samt Wiesen, See- und Forsthaus kaufte einst der passionierte Angler und Jäger Markgraf Karl Wilhelm von Baden 1731 für 27 000 Gulden. Er ließ einen zweiten See für Hechte anlegen, der später wieder verschwand. Seit Jahrzehnten ist der Angelsportverein als Pächter für die immer schwieriger werdende Hege und Pflege verantwortlich. Denn mancher Bürger versuche, die Fische mit verschimmeltem Brot oder rohen Nudeln zu füttern. Der Verein denkt nun über Infotafeln nach, die erklären sollen, warum weder das Füttern der Fische eine gute Idee ist, noch das Schlittschuhfahren im Winter noch das benzinbetriebene Modellbootfahren. Die Besucher zeigen sich überrascht von der Artenvielfalt und dem munteren Leben von 19 Gelbbauch-Schildkröten, die jemand vermutlich aus seinem Aquarium in den See gekippt hat.