nach oben
Körperverletzungen vermeldet die Polizei meist nur, wenn sie Zeugen sucht, die das Geschehene beobachtet haben.  Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
Körperverletzungen vermeldet die Polizei meist nur, wenn sie Zeugen sucht, die das Geschehene beobachtet haben. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
30.05.2017

PZ-Analyse zeigt: Gewaltdelikte bleiben fast immer im Verborgenen

Pforzheim/Enzkreis. Von Delikten, die das körperliche Sicherheitsempfinden der Bürger beeinflussen würden, bekommt die Bevölkerung nur selten etwas mit, wie eine PZ-Auswertung aller polizeilichen Pressemitteilungen zeigt: Zu 98,1 Prozent der 6216 Körperverletzungen im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe (Pforzheim, Enzkreis, Landkreis Calw, Stadt- und Landkreis Karlsruhe) veröffentlichte die Polizei im Jahr 2016 keine Pressemitteilungen. Noch seltener wird über Straftaten gegen die persönliche Freiheit – Nötigung, Bedrohung, Freiheitsberaubung – informiert.

Dabei ist die Zahl dieser Delikte seit 2012 um 13,4 Prozent, die Zahl der Körperverletzungen um 17,0 Prozent gestiegen. Wie berichtet, erklärt die Polizei das häufige Nicht-Vermelden solcher Verbrechen damit, dass sich diese oft im privaten Umfeld ereigneten. „Taten wie Stalking, die die persönliche Freiheit betreffen, geschehen sehr häufig in Beziehungen“, erklärt Polizeisprecher Martin Plate. Hier müssten die Betroffenen geschützt werden, weswegen über häusliche Gewalt in Polizeimeldungen in der Regel nicht berichtet wird.

Öffentlich gemacht werden körperliche Verbrechen vor allem dann, wenn die Polizei einen Nutzen daraus ziehen kann. Bei Körperverletzungen etwa: mit 104 von 117 Polizeimeldungen wurde ein Erfolg oder ein Fahndungsaufruf transportiert.

Den ausführlichen Artikel - ergänzt um Infografiken - lesen Sie wie alle Teile der Serie „Verschwiegene Verbrechen“ als Abonnent von PZ+ im PZ+-Bereich auf PZ-news.

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.