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Im Amt für Bildung und Sport sichtet Monika Müller (vorne) mit Mitarbeiterin Angelina die Zahlen zur Kita-Entwicklung.  (PZ-Archiv)
Im Amt für Bildung und Sport sichtet Monika Müller (vorne) mit Mitarbeiterin Angelina die Zahlen zur Kita-Entwicklung. (PZ-Archiv)
12.05.2017

PZ-Interview mit Sozialbürgermeisterin Monika Müller: „Der große Zuspruch für die Themen stärkt“

Als Ergebnis der Wahl vom vergangenen Sonntag hat Sozialdezernentin Monika Müller (SPD) künftig mit Peter Boch einen neuen Chef, der nicht mehr wie der bisherige Oberbürgermeister Gert Hager ein Parteifreund ist, sondern der CDU angehört. Die PZ hat mit ihr darüber gesprochen, wie sich die Situation für sie darstellt.

PZ: Wie ist denn die Stimmung in den Bürgermeister-Büros?

Monika Müller: Sehr gedämpft. Ich kenne diese Stimmung durch meine Zeit im Bundestag, wenn nach einer Wahl eine Fraktion sozusagen verschwand – 2002 die Linke, 2013 die FDP … und damit neben den Abgeordneten viele Mitarbeiter ihre Stelle und oft auch ihre Zuversicht verloren haben. Da lacht keiner. Das ist bitter genug.

PZ: So viel Mitleid mit der FDP, wo viele Sozialdemokraten mit Häme reagiert haben?

Monika Müller: Häme im Angesicht einer vielleicht sogar existenziellen Niederlage demokratischer Kontrahenten ist irgendwie armselig, finde ich. Zumal liberale Gedanken zu einem demokratischen Deutschland gehören. Freiheit und Soziales sind doch keine Gegner, sondern ergänzen und brauchen einander, um stark zu sein.

PZ: Bei aller engen Zusammenarbeit mit Gert Hager ist vereinzelt deutlich geworden, dass die Sozialbürgermeisterin im einen oder anderen Fall andere Prioritäten beim Umgang mit dem knappen Geld setzen würde als der OB und Finanzbürgermeister. Vor allem beim Kita-Ausbau. Gibt es Stellschrauben, bei denen Sie mit dem künftigen OB Peter Boch über eine Nachjustierung reden wollen?

Monika Müller: Bildung und sozialer Zusammenhalt sind und waren auch Herrn Oberbürgermeister Hager sehr wichtige Themen. Über die konkrete Schwerpunktsetzung kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein. Mit Blick auf den geplanten Ausbau und zur Qualitätssicherung unserer Kitas würde ich gerne mit dem künftigen Oberbürgermeister Herrn Boch darüber sprechen, ob die vom Gemeinderat beschlossenen Einsparungen bei Auszubildenden und Mitarbeitern in den Kitas nicht zurückgenommen werden können, da es ansonsten kaum gelingen dürfte, ausreichend Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.

PZ: Haben Sie ihn bereits kennengelernt?

Monika Müller: Während des Wahlkampfs bin ich Herrn Boch mehrfach begegnet, aber ich denke, ein wirkliches Kennenlernen wird erst nach seinem Amtsantritt möglich sein.

PZ: Peter Boch hat auf Themen wie Kinderbetreuung und familienfreundliche Stadt gesetzt. Bestärkt Sie das?

Monika Müller: Natürlich stärkt der große Zuspruch, den das Thema Kinderbetreuung und Bildung zuletzt im gesamten politischen Raum erfahren hat. Beim Thema Familienfreundlichkeit würde ich gerne gemeinsam mit unserem „Bündnis für Familie“ erneut die Diskussion dazu aufnehmen, ob im Rathaus die Stelle „familien- und kindergerechte Stadt“ eingerichtet werden kann, um beispielsweise Vorhaben der Stadt auf deren Auswirkungen auf Familien und Kinder zu prüfen und Familienfreundlichkeit voranzubringen, beispielsweise auch durch einen Kinder- oder Familienpass.

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