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Auf der Karlsruher Straße treten Autofahrer gern aufs Gas. Dort sind feste Blitzanlagen installiert.
Auf der Karlsruher Straße treten Autofahrer gern aufs Gas. Dort sind feste Blitzanlagen installiert. © PZ-Archiv
30.08.2018

PZ-Leser: Hier wird in Pforzheim gerast - mit interaktiver Karte

Fuß vom Gas – das wünschen sich offenbar nicht nur die Anwohner am Wartberg von den Autofahrern. Nachdem die PZ in ihrer Ausgabe am Donnerstag über die vielen Geschwindigkeitsübertretungen dort berichtet hatte, meldeten sich zahlreiche Leser zu Wort, die noch weitere „Rennstrecken“ im Stadtgebiet ausgemacht haben.

„Das haben wir in der Bismarckstraße auch. Das Schlimme ist nur, wir sind eine Anliegerstraße, und Kinder spielen dort. Ich hoffe jedes Mal, das nichts passiert“, schreibt eine Frau. Gleich mehrer Leser klagen über den Verkehr auf der Wurmberger Straße. Generell werde von der St.-Georgensteige bis hoch – teils über rote Ampeln – geheizt. „Da passiert irgendwann ein Unglück. Da rasen sie Tag und Nacht“, vermutet einer. Auch die Redtenbacherstraße wird mehrfach genannt. „Die 30er-Zone interessiert kaum jemanden“, heißt es. Geschwindigkeitskontrollen würden nur im Bereich des Kepler-Gymnasiums gemacht. Dabei werde gerade ab dem Wendekreis in Richtung Eutingen noch richtig Gas gegeben.

Ebenfalls sorgen bereitet die Heinrich-Wieland-Allee – vor allem ab der Kreuzung Friedrich- Ebert-Straße stadtauswärts. „Nicht selten fahren hier die Autos und vor allem Motorräder bis zu 100 Stundenkilometer“, so eine Klage. Kontrollen fänden kaum bis gar nicht statt. „Ich habe die Stadtverwaltung schon auf das Problem angesprochen, vor allem auch, weil es für Fußgänger keine Ampel oder Zebrastreifen gibt“, heißt es weiter. Der Fußgängerweg auf der rechten Seite stadteinwärts sei viel zu schmal.

Generell häufen sich die Beschwerden aus der Nordstadt. So wurden die Hachelallee, die Bayernstraße, die Kronprinzenstraße, die Hohenstaufenstraße und die Hohenzollernstraße genannt. „Trotz Beschwerden wird von der Stadt aus nichts getan“, schreibt ein Leser. Ganz schlimm seien Motorradfahrer. Von einer „Rennpiste wie auf dem Nürburgring“ spricht ein Anwohner der Kanalstraße in der Südweststadt vor allem mit Blick auf die Bleich- und die Schwarzwaldstraße. „Ab 22 Uhr werden wahrscheinlich Wettrennen gefahren laut der Motorengeräusche“, vermutet er. Aber nicht nur die Kernstadt scheint betroffen. Auch aus den Stadtteilen kommen Klagen der Leser. So wird in Dillweißenstein die Hirsauer Straße ab der Kreuzung in Richtung Unterreichenbach angeführt. Die Bülowstraße werde von Fahrern als schnelle Abkürzung von der Steinernen Brücke kommend Richtung Hirsauer Straße benutzt, und viele Autos fahren mit recht hoher Geschwindigkeit, beschwert sich eine weitere Leserin. In der Lanzengasse in Büchenbronn beobachten Anwohner, dass „hier absolut kein Tempo 30 eingehalten wird“. Selbst die Lastwagen seien viel zu schnell unterwegs. Die Stadt reagiere nicht. „Anscheinend hat sie an einer Verkehrsüberwachung kein Interesse.“ In Eutingen gibt es Beschwerden vor allem über die Gartenstadt und die Hauptstraße. „Da sollte mal abends geblitzt werden!!!“, fordert ein Leser.

Teil des Sicherheitskonzepts

Dass die Stadt durchaus willens ist, hat sie im vergangenen November bewiesen, als sie zwei Fahrzeuge mit neuester Technik für Verkehrsüberwachung anschaffte. Im Sicherheitskonzept spielt die Verkehrsüberwachung auch eine Rolle. „Auf Beschwerden aus der Bevölkerung über Geschwindigkeitsüberschreitungen wird zeitnah mit Kontrollen reagiert“, hieß es im Juli in einer Sitzungsvorlage, die über den Stand der Umsetzung informierte. Der Schwerpunkt werde auf die Gefahrenstellen wie Kindergärten, Schulen, Pflegeheime, Übergänge an Schulwegen, unübersichtliche Einmündungen, Unfallhäufungsstellen und nächtliche Raserstrecken der Tuning-Szene gelegt. Im Zuge der Beratungen über den Stellenplan 2019 soll über die Schaffung einer weiteren Stelle eines Messkontrolleurs und bei der Sachbearbeitung entschieden werden.

Spektakuläre Fälle

Satte 100 Stundenkilometer zu schnell war erst im April ein 25-Jähriger auf der A 8 unterwegs, als es zwischen den Anschlussstellen Heimsheim und Pforzheim-Süd blitzte. Mit seinem VW war der Mann mit 220 Sachen unterwegs – zulässig ist dort eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern.

Nicht etwa auf der Autobahn, sondern auf der Büchenbronner Straße wurde im Oktober 2015 ein Autofahrer mit Tempo 158 geblitzt. Erlaubt sind dort lediglich 60 Kilometer pro Stunde.

Für einen Großeinsatz sorgte ein betrunkener Raser im Februar 2016 in Knittlingen. Er war nach Zeugenaussagen mit bis zu 200 Sachen über die B 35 nach Bretten gebrettert. Dann kam das Fahrzeug von der Straße ab und überschlug sich. Der 23-Jährige flüchtete zu Fuß von der Unfallstelle. Die Polizei verfolgte ihn mit dem Hubschrauber.