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11.08.2009

PZ-Sommeraktion: Ein Meer aus Steinen im Wald

PFORZHEIM. Im Hagenschieß kann der Wanderer ein „Felsenmeer“ entdecken: Es handelt sich um Buntsandsteinblöcke, die vor Millionen von Jahren entstanden sind. Am Dienstag erkundeten die Teilnehmer der PZ-Aktion den Wald.

Gut ausgestattet hatten sich die Teilnehmer der PZ-Aktion „Schau mal, wo Du lebst“: Bei den meisten Teilnehmern steckten die Füße in Wanderschuhen und die Wasserflasche war mit im Gepäck. Dabei hatte Förster Markus Haller nur einen rund sieben Kilometer langen Rundweg ausgewählt, der die Teilnehmer zunächst vom Kupferhammer an die Hänge des Würmtals, dann über den Schützensteg und an der Würm entlang zurück zum Ausgangspunkt führte.

Unterm Blätterdach der saftig-grünen Buchen, Eichen und Tannen erklärte der Waldfachmann, dass die Forstleute in den Pforzheimer Wäldern „mit der Natur arbeiten“. In der Fachsprache nennt man dies „naturnahe Waldwirtschaft“.

So wachsen verschiedene Generationen in einem Wald auf. Das trage auch ganz entscheidend zum Stadtklima bei. „Wenn es im Sommer richtig heiß ist, dann ist es im Wald immer noch ein paar Grad kühler“, weiß Haller. Abends ziehe die mildere Luft dann in die Stadt und verschaffe den Pforzheimern auf diese Weise Abkühlung.
Und überhaupt: In Zeiten des Klimawandels ist die genetische Vielfalt im Wald überlebenswichtig: „Durch die praktizierte natürliche Waldverjüngung kann sich der Wald besser an die klimatische Veränderung anpassen“, erklärt Haller.

Ob man sich im Pforzheimer Forst auch Sorgen über den Borkenkäfer mache, wollte Teilnehmer Kurt Speil wissen. Nur Wälder, in denen viele Fichten in Reinkultur wachsen würden, seien für den Schädling anfällig, erklärte Haller. „Da haben die Käfer ein leichtes Fressen.“ Die Pforzheimer Mischwälder seien von diesem Schädling praktisch nicht betroffen. Das sogenannte „Felsenmeer“, dass seinen Namen von mächtigen Buntsandstein-Quadern erhalten hat, bietet Wildtieren wie Steinmarder, Fuchs oder Dachs ein Zuhause.

Haller stellte den Teilnehmern den Dachs als einen „relativ seltenen Gesellen vor“, der als „Gesundheitspolizist“ im Wald tätig sei, weil er ein Allesfresser ist. Schade nur, dass der Dachs „ein bisschen langsam ist, da wird er schnell überfahren“, so Haller. Zwar ließ sich der „Meister Grimmbart“ wie der Dachs in alten Märchen genannt wird, nicht blicken, dafür staunten die Teilnehmer nicht schlecht über etliche Pilze am Wegesrand , wie den nicht essbaren Kartoffelbovisten oder den genießbaren „Flockenstieligen Hexenröhrling“, die Markus Haller vorstellte.

Und woher hat der Fliegenpilz seinen Namen? Eine Teilnehmerin wusste es: Früher legten die Bauersleut' den Fliegenpilz in Milch und die Giftstoffe des Pilzes sammelten sich in der Flüssigkeit. Wenn sich die Fliegen dann an der Milch gütlich taten, wurden sie getötet. Am Ende des Spaziergangs ging's über die Würm und Markus Haller erklärte, dass sich die Wasserqualität durch die moderne Klärwerkstechnik erheblich verbessert habe. „Dadurch hat sich auch die biologische Vielfalt der Gewässer erhöht“, so Haller. Aber auch am Bachesrand können Naturliebhaber viele Arten wie den Eisvogel oder die Wasseramsel entdecken.