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14.08.2009

PZ-Sommeraktion: Mit allen Wassern gewaschen

PFORZHEIM. Sage noch wer, dass Wasser geschmacklos ist. In Pforzheim kommen fünf verschiedene Trinkwassersorten aus dem Hahn. Bei der PZ-Sommeraktion konnten Leser drei davon kosten und Unterschiede schmecken.

Ganz schön hart, was den Besuchern da kredenzt wird. Das bekommen sie sogar amtlich und in Zahlen ausgedrückt. 21 Grad deutscher Härte, das ist der offiziell von den Stadtwerken Pforzheim (SWP) gemessene Wert fürs Trinkwasser, das der Pforzheimer Energie- und Wasserversorger aus seinen Tiefbrunnen in den Enz-auen gewinnt. Dort befindet sich eine der drei Hauptbezugsquellen fürs Pforzheimer Wasser
Doch was die 30 Besucher da trinken, die im Rahmen der PZ-Sommeraktion die Trinkwasser-Aufbereitungsanlage Sonnenberg besichtigt haben, ist ein äußerst exquisites Getränk, das die SWP ansonsten nicht in Reinform ausschenken. Das Wasser aus den Enzauen läuft nämlich nach der Ozonierung, mehreren Filtervorgängen und der Chlorierung nur im Gemisch mit zugekauftem Bodensee-Wasser aus dem Wasserhahn. Das nimmt dem kühlen Nass ein wenig die Härte und vor allem viel vom Kalk, der auf Dauer den Wasch-, Spül- und Kaffeemaschinen den Garaus bereitet. Viel weicher und runder jedenfalls schmeckt das Wasser aus dem Grösseltal, das wiederum nach der Filtrierung auch pur in die angeschlossenen Haushalte geleitet wird.

Doch weniger die Härte als die Sauberkeit des Wassers ist es, für die sich die Besucher interessieren. Wie wird das Wasser auf Medikamentenrückstände untersucht? Antwort des zuständigen Betriebsingenieurs Helmut Schreinemachers: Vor der Aufbereitung, als so genanntes Rohwasser. Welche Bedeutung haben und welchen Einschränkungen unterliegen Wasserschutzgebiete? Welche Folgen haben neue Baugebiete? Welche Substanzen befinden sich im Wasser? Wie wird es gereinigt? Schreinemachers und Wassermeister Bernd Seiler klären über alles auf. „Was gar nicht erst nicht ins Wasser hineinkommt, muss man auch wieder herausholen“, sagt Seiler zum Wasserschutz.
Die beiden finden ein fachkundiges, interessiert nachfragendes Publikum vor. Herbert Glos zum Beispiel hat vor seinem Ruhestand als Betriebsleiter eines Unternehmens aus der Schmuckbranche mit der Abwasser-Entsorgung seines Arbeitgebers zu tun gehabt, kennt die Techniken, die Vorgänge, die gefährlichen Substanzen. Er lauscht mit besonders großem Interesse, denn Wasser aus dem Hahn ist sein Lieblingsdurstlöscher. So kann er auch ein profundes Urteil über die verkosteten Wasser abgeben. Die ersten zwei seien gut, aber: „Das dritte ist für meinen Geschmack zu hart.“