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PZ-Themenzeitung zum Glauben.
PZ-Themenzeitung zum Glauben © dpa
30.11.2012

PZ-Themenzeitung: Alles rund um den Glauben

Wären die Nicht-Religiösen eine Glaubensgemeinschaft, wäre sie längst die zahlenstärkste in Deutschland. Die christlichen Kirchen verlieren an Bedeutung: Von ehemals 66 Millionen Protestanten und Katholiken im Jahr 1950 sind heute noch 48 Millionen übrig.

In Wahrheit ist der Zustand des vermeintlich christlichen Abendlands aber noch dramatischer: Tatsächlich bezeichnet sich laut dem Institut für Demoskopie Allensbach nur noch jeder siebte Christ überhaupt als „gläubiges Mitglied meiner Kirche“. Jeder Siebte – das wären dann noch sieben Millionen Deutsche. Die meisten – 38 Prozent der Protestanten, 32 Prozent der Katholiken – bezeichnen sich als Christ mit der Einschränkung „aber die Kirche bedeutet mir nicht viel“. „Angesichts solcher Zahlen fragte man sich nicht mehr, warum so viele, sondern warum so wenige Menschen aus der Kirche austreten“, schreibt der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann.

Für die christlichen Kirchen ist das eine riesige Herausforderung: „Wie schafft man es, dass sich die Menschen noch mit der Kirche verbunden fühlen“, beschreibt Christiane Quinck die Mammut-Aufgabe. Denn die evangelische Dekanin in Pforzheim ist überzeugt, dass man den Glauben nur in Gemeinschaft leben kann. Ihr katholisches Pendant Bernhard Ihle sieht es als die große Aufgabe der Kirche an, die frohe Botschaft wieder in den Blickpunkt zu rücken. Der Dekan weiß, was viele Menschen an der Kirche kritisieren: antiquierte Gebote und Gesetze. Dort, „wo die Kirche im Reformstau steckt“, müsse sich etwas bewegen.

Ist Glaube ein Thema von gestern? Wir finden Nein. Die „Pforzheimer Zeitung“ nimmt den ersten Advent am Wochenende zum Anlass, sich ausführlich mit dem Thema Glauben zu beschäftigen: Durch alle Ressorts ziehen sich Geschichten über Gläubige und Nicht-Gläubige, über Christen, Muslime und Juden, über die Rolle der Religion in der Gesellschaft oder das Verhältnis zwischen Kirche und Wirtschaft. Außerdem hat die PZ lokalen Prominenten die Gretchenfrage gestellt „Nun sag, wie hast Du’s mit der Religion?“.