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Im Juni 2000 brachten „Cover Up“ den Marktplatz zum Beben. Ein solches Stadtfest wird es nun nicht geben. Foto: Seibel, PZ-Archiv

Pannen im Rathaus lassen Pforzheimer Stadtfest der Vereine platzen

Pforzheim. Die Enttäuschung sitzt tief bei Andreas Bonnet. Etlichen seiner potenziellen Mitstreiter dürfte es genauso gehen. Voller Vorfreude hatte er Anfang des Jahres der PZ von seinen Plänen für eine Neuauflage des Stadtfests der Vereine erzählt, die in einen Artikel mit der Überschrift „Legendäre Riesensause lebt wieder auf“ mündete. Nun heißt es: „Aus der Traum“.

Per E-Mail hat Bonnet in dieser Woche jene informiert, die sich in dieses Spektakel einbringen wollten. Ein Rettungsversuch von Oberbürgermeister Peter Boch am Donnerstag in Folge einer entsprechenden Nachfrage der PZ kam zu spät.

Dafür, dass hier nicht etwa an einer Luftnummer gearbeitet wurde, gibt es schriftliche Belege. Allen voran PZ-Berichte über Bonnets frühere Aktivitäten, etwa das Stadtfest der Vereine aus dem Jahr 2000, als in zweieinhalb Tagen insgesamt 100.000 Menschen auf dem Marktplatz feierten. Keine Frage: Der Mann kann’s. Dann ist da aktuelle Korrespondenz mit Vertretern von Vereinen, die sich in das für 2019 geplante Fest einbringen wollten. Seit dem PZ-Bericht „ist es bei mir rundgegangen ohne Ende“, so Bonnet. Viele hätten Unterstützung zugesichert: „Das wäre ein richtig tolles Fest geworden.“

Ebenfalls weit gediehen waren Absprachen mit Managern von Publikumsmagneten für das von Himmelfahrt, 30. Mai, bis Sonntag, 2. Juni 2019, angesetzte Fest. Die „Schürzenjäger“ aus Tirol, die „Spider Murphy Gang“ und „Fools Garden“ hätten den Besuchern einheizen sollen. Die eigentlichen Stars wären aber die Protagonisten eines „Markts der Möglichkeiten“ für alle Bereiche der Stadtgesellschaft gewesen, wie ihn Bruno Kohl vom Deutschen Alpenverein angeregt hatte. Auch die ersten Signale seitens der Stadt klangen positiv. Doch dann, während Bonnet seine Planungen vorantrieb, geriet der Informationsfluss ins Stocken. Dem Marketingprofi lief die Zeit davon, denn allen Partnern hatte er Ende Juni als Zeitpunkt dafür genannt, tatsächlich Nägel mit Köpfen zu machen. Bonnet hätte dann auch den Bands Verträge mit finanzieller Bindung ausstellen müssen.

Auf wiederholtes Nachhaken kam nun, Anfang Juli, die von der WSP bei mehreren Behörden zusammengetragene Rückmeldung, die alles wie ein Kartenhaus zusammenstürzen ließ. Die Quintessenz: Die Stadtwerke würden 2019 in diesem Zeitraum beim Marktplatz Leitungen verlegen, weswegen man nicht zusichern könne, dass die Veranstaltung stattfinden kann. „Im Moment verspüre ich nur Enttäuschung und Wut“, schreibt Bonnet an seine Mitstreiter.

Laut dem städtischen Sprecher Philip Mukherjee nahm der OB am Donnerstag mit Bonnet Kontakt auf, um gemeinsam noch eine Lösung zu finden. Zu spät. „Wir bedauern, dass hier in der Kommunikation etwas schiefgelaufen ist“, heißt es aus dem Rathaus.

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