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Bernhard Rieser, Besitzer der Arcus-Sportklinik, hat die Papierfabrik Weissenstein im August 2011 gekauft. Mithilfe eines Modells und einer Abschlussarbeit zweier Architektur-Studenten nähert er sich langsam an konkretere Pläne an. Das schöne Backstein-Kesselhaus bräuchte hingegen noch eine Nutzung, die schwer zu finden ist. Fotos: Klimanski, Seibel
Bernhard Rieser, Besitzer der Arcus-Sportklinik, hat die Papierfabrik Weissenstein im August 2011 gekauft. Mithilfe eines Modells und einer Abschlussarbeit zweier Architektur-Studenten nähert er sich langsam an konkretere Pläne an. Das schöne Backstein-Kesselhaus bräuchte hingegen noch eine Nutzung, die schwer zu finden ist. Fotos: Klimanski, Seibel
Der Querriegel ist am leichtesten zu nutzen und soll stehenbleiben. Foto: Seibel
Der Querriegel ist am leichtesten zu nutzen und soll stehenbleiben. Foto: Seibel
01.01.2016

Papierfabrik-Besitzer Rieser investiert viel Geduld in Bebauungskonzept

Die Papierfabrik muss der Kultur weichen. Wo bis vor kurzem ein Modell der Weißensteiner Großimmobilie im Sonnenlicht stand, das durch die Fenster seiner Penthouse-Wohnung hereinfällt, hat Bernhard Rieser nun einen neuen Konzertflügel platziert. Das Modell auf seinem Rolltisch ist an die Wand gerückt. Ganz nebenbei ist der Gründer und Chef der Arcus-Sportklinik auch ein formidabler Klavierspieler, der sich an dem volltönenden Klang seines Instruments freuen kann wie an ihm gefälliger Architektur. Auf Letztere muss er noch einige Zeit warten. Zumindest wenn es um das Areal der Papierfabrik Weissenstein geht, die der Mediziner und Geschäftsmann vor gut vier Jahren ersteigert hat.

Die Abschluss-Arbeit zweier Architektur-Studenten von der Uni München, die in Absprache mit Rieser ein planerisches Konzept für die künftige Bebauung zwischen Nagoldfreibad und Hinterem Tal aufzeigen sollte, liegt mittlerweile vor. Und bietet das zwar nicht erwartete, aber doch ein bisschen erhoffte Gerüst für die weitere Planung nur zu kleineren Teilen. „In der Quintessenz hatten sie einige sehr gute Ideen“, berichtet Rieser, „sonst hätten sie nicht so eine gute Note bekommen, eine 1,3.“

Für ihn aber lasse sich nicht vieles davon umsetzen, weil das Konzept auf zu wenig Wohnungen – nämlich 110 – und zu vielen Gemeinschaftseinrichtungen beruhe. So müssten die gedachten Bewohner entweder die Gemeinschaftseinrichtungen pflegen und in Schuss halten oder für diese Leistungen finanziell aufkommen.

Idee von einer Art Marktplatz

Beides hält Rieser für unrealistisch. Die geringe Zahl an Wohnungen in der Größe von Ein- bis zu Fünf-Zimmer-Einheiten sei noch für eine weitere Überlegung der Jung-Architekten problematisch. „In Ermangelung eines richtigen Dorfzentrums in Weißenstein haben sie einen Marktplatz geplant“, berichtet Rieser: mit Läden, einer Kita, einem Café, Begegnungsstätten. „Für 110 Wohnungen braucht man keinen Marktplatz“, urteilt er. Aber nicht nur, weil er die Idee eines solchen Platzes grundsätzlich gut findet, sondern auch den zusätzlichen Bedarf an qualitätvollem Wohnen in Pforzheim für sehr hoch ansieht, will er lieber deutlich mehr Wohnraum schaffen als auf den Platz zu verzichten.

Kopfzerbrechen bereitet das Kesselhaus mit seinen Backsteinwänden und sieben Meter hohen Fenstern, einerseits ein interessanter, charaktervoller Bau, andererseits aber kaum zu nutzen. Riesters nächster Schritt ist, mit dem Stadtplanungsamt zu reden, um die Grenze dessen zu erfahren, was die Stadt an Bebauung genehmigen würde und ob auch die Hänge dafür in Frage kämen.

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