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Katja Weber ( „Unser Lädle“) und Winfried Thein (KoKi), zeigen das Plakat des Films über Dorfläden.  Foto: Volz 

Parallelen zwischen Dokumentarfilm und Erfolgsmodell „Unser Lädle“ in Hohenwart

Pforzheim. „Alles, was man braucht“ ist ein kleiner Film, der in der Reihe „Lebens(t)räume“ im Kommunalen Kino (KoKi) gezeigt wurde. Regisseurin Antje Huber hat während zweijähriger Dreharbeiten Menschen in kleinen und abgelegenen Orten in Norddeutschland ohne Nahversorgung besucht, die mit viel Mut und Idealismus Dorfläden eröffnet haben. Von Norddeutschland nach Hohenwart: Katja Weber, repräsentative Vorsitzende des Dorfladens „Unser Lädle“, kommentierte das Gesehene aus eigener Erfahrung und beantwortete Fragen.

Wenn man den Film gesehen hat, wird der Titel „Alles, was man braucht“ doppeldeutig. Zur Freude der Dorfbewohner ist die Grundversorgung mit Brot, Gemüse, Fleisch, Putzmitteln und Ähnlichem wieder gesichert, aber eben nicht nur: Die Dorfläden haben sich überall auch zum beliebten und viel besuchten Treffpunkt entwickelt. Der Schwatz ist so wichtig wie der Einkauf, die soziale Komponente so wertvoll wie die Grundversorgung. Diese Erfahrung wurde in allen Dorfläden gemacht, wie unterschiedlich auch der Grund zur Eröffnung war.

Verein mit 250 Mitgliedern

Katja Weber entdeckte in dem Film viele Parallelen zu Hohenwart. Nachdem hier 2019 der letzte Bäcker geschlossen hatte, entstand die Idee eines Dorfladens, die großen Zuspruch fand und dank der Unterstützung der Stadt sehr schnell umgesetzt werden konnte.

„Unser Lädle“ wurde Ende September 2021 eröffnet. Ein Verein mit 250 Mitgliedern und mehrere Sponsoren sichern die Finanzierung. Eine Kernmannschaft von etwa zehn Ehrenamtlichen sowie ein Team aus Teilzeitkräften und Minijobbern halten das Lädle am Laufen.

Das Sortiment setzt sich aus überwiegend Bio-Basisversorgung und regionalen Produkten zusammen und wird flexibel nach den Kundenwünschen gestaltet, wobei eine große Markenvielfalt gar nicht nötig ist, wie man festgestellt hat. „Unser Lädle“ erfreut sich großer Beliebtheit und hat sich bereits zum Treffpunkt entwickelt.

Und auch dass in der jüngsten Ortschaftsratssitzung beschlossen wurde, die Bushaltestelle vor der Tür wird nach dem Lädle zu benennen, ist ein schöner Erfolg für die Initiatoren (die PZ berichtete).