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dpa/Symbolbild
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07.12.2017

Parkplatz-Streit eskaliert - 45-Jähriger soll in Pforzheim Waffe gezückt haben

Pforzheim. Eine zugeparkte öffentliche Fläche vor einem Wohnhaus hat einen Nachbarschaftsstreit im April derart auf die Spitze getrieben, dass ein 45-Jähriger seine Nachbarn beleidigt und mit einer Schreckschusspistole bedroht haben soll. Am Donnerstag hat ihn dafür Richterin Miriam Streicher vor dem Amtsgericht Pforzheim schuldig gesprochen.

Der Angeklagte war mit seiner Familie kurz vor 23 Uhr von einem Ausflug gekommen, musste vor dem Haus – mal wieder – in zweiter Reihe parken, um mehrere Kleinkinder hinein zu tragen. Es kam auf der Straße zur verbalen Auseinandersetzung zwischen den Nachbarn. Der Angeklagte, ein Jude, erklärte, man habe seine Frau mit einer religiös wie sexuell diffamierenden Beleidigung bedacht. Der 25-jährige Nachbar sowie dessen Schwester und Schwager (beide 28) wiesen den Vorwurf zurück.

Die drei Familienmitglieder beschuldigten den Familienvater, der alkoholisiert gewesen sei, sie mit fremdenfeindlichen Beleidigungen beschimpft zu haben. Zudem habe er versucht, den Schwager mit einem Fußtritt im Gesicht zu verletzten. Schließlich soll der Angeklagte, der über einen kleinen Waffenschein verfügt, eine Schreckschusspistole im Holster geholt und die Männer damit bedroht haben. „Ich knall euch alle ab“, habe er gerufen. Dass eine Waffe im Spiel gewesen war, bestritt der Angeklagte. Die Polizei fand eine Pistole später in seinem Keller.

Verteidiger Knuth Meyer-Soltau plädierte auf Freispruch: „Die Waffe war nicht da, sondern hineingedichtet.“ Staatsanwältin Christine Roschinski schenke den Zeugenaussagen Glauben und forderte eine Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro sowie die Sicherstellung von Waffe und Munition. Streicher stimmte ihr zu, setzte aber die Geldstrafe auf 1200 Euro herab.

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