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Travestieshow mit Schlagern: Stimmung macht Babette von den Stuttgarter „Rieslingperlen“ bei „City Under The Rainbow“ im Kupferdächle. Foto: Molnar
Travestieshow mit Schlagern: Stimmung macht Babette von den Stuttgarter „Rieslingperlen“ bei „City Under The Rainbow“ im Kupferdächle. Foto: Molnar
09.07.2017

Party für Toleranz und Solidarität unter der Regenbogenfahne

Pforzheim. Die Regenbogenfahne bestimmte am Samstagabend das Kupferdächle – als Wimpel, Armbändchen oder Plakat mit der Aufschrift „Nazis müssen draußen bleiben“. Zum zweiten Mal hat die Aids-Hilfe dort das Festival „City Under The Rainbow“ veranstaltet und ein Zeichen für Toleranz und Solidarität sowie gegen Vorurteile und Gewalt gesetzt.

„Egal, wen oder wie Ihr liebt, Ihr seid willkommen“, sagte der Organisator und ehrenamtliche Mitarbeiter der Aids-Hilfe, Timur Fuhrmann-Piontek. Gemeinsam solle gezeigt werden, wie bunt und tolerant Pforzheim sei. Trotz der jüngst positiven Entscheidung des Bundestags, die Ehe für alle einzuführen, würden homo-, bi- und transsexuelle Menschen diskriminiert. „Der Kampf für unsere Rechte ist noch lange nicht vorbei“, so Fuhrmann-Piontek. Veranstaltungen wie diese hätten nichts an Bedeutung verloren. Prominente Unterstützung erhielt der Organisator von der SPD-Bundestagsabgeordneten Katja Mast, die Ende Juni für die Ehe für alle gestimmt hat und zu Beginn ein Grußwort sprach.

„Wir wollen zusammen friedlich feiern“, sagte die Leiterin der Aids-Hilfe, Claudia Jancura. Sie freute sich übers gemischte Publikum von 300 Besuchern, die bis nach Mitternacht tanzten, tranken und Gegrilltes vom „Gay-friendly“-Gastronom „Uwe’s Pirat“ aßen. Sponsoren zu finden, sei erneut schwierig gewesen. Darum musste erstmals Eintritt erhoben werden. Neben dem Autohaus Gerstel und dem Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg unterstützte ein anonymer Spender die Veranstaltung mit 500 Euro. Zudem traten die Bands zum Freundschaftspreis auf oder verzichteten auf Gage.

Schwulenhymne erklingt

Die „Rieslingperlen“ aus Stuttgart sorgten schon zum Auftakt mit ihrer Playback-Travestieshow für Superstimmung, traten mit Schlagern und in wechselnden Kostümen auf. Eigene, ruhige Songs hatte die englische Sängerin und Gitarristin Seafoal im Gepäck, die sich öffentlich für eine Transcommunity einsetzt und mit ausdrucksvoller Stimme begeisterte. Bevor der Pforzheimer „DJ Stahlwerk“ querbeet auflegte, unterhielt Verwandlungskünstlerin Gloria Diamond aus Karlsruhe das Publikum mit Travestie, Partyschlagern und Comedy. Sie präsentierte zum Beispiel die Schwulenhymne von 2008, „Du schaffst das schon“ von „Klubbb3“.

www.ah-pforzheim.de