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Der Caritas-Direktor Frank Johannes Lemke und die Projektkoordinatorin Dagmar Zielinski suchen weitere Familienpaten wie Uschi Bähr (von links.). Foto: Meyer
Der Caritas-Direktor Frank Johannes Lemke und die Projektkoordinatorin Dagmar Zielinski suchen weitere Familienpaten wie Uschi Bähr (von links.). Foto: Meyer
07.07.2017

Paten der Caritas geben jungen Familien Starthilfe

Pforzheim. „Zeig mir, wie ich mir selbst helfen kann“ – darum soll es bei dem Familienpaten-Projekt der örtlichen Caritas gehen. Ehrenamtliche Paten helfen dabei jungen Familien in Pforzheim, bestimmte Alltagsfragen und -probleme zu bewältigen. Das kann bedeuten, einen geeigneten Kinderarzt zu finden oder auch den Ort, wo man am besten Schlittschuhlaufen kann. Nicht zuletzt helfen Paten bei Bedarf auch mal mit der Kinderbetreuung aus oder stärken die Eltern mit einem offenen Ohr.

Die Familien sind oftmals neu in der Stadt, fühlen sich isoliert und haben weder Freunde noch Verwandtschaft in ihrer Nähe. Mit einem neugeborenen Kind fühlen sich diese dann oft überfordert, sei es mit Ämtern oder dem Finden einer geeigneten Kita. Oftmals helfe in dieser Situation laut den Initiatoren schon ein freundliches Gesicht, ein Gesprächspartner, der einem auch manche Frage beantworten kann.

Genau diese Rolle hat Uschi Bähr nun schon für zwei Familien in Pforzheim übernommen. Die 64-Jährige ist selbst Mutter und Großmutter und sieht die Patenschaft als Möglichkeit, ihre Erfahrungen an junge Familien weiterzugeben. „Mit der Zeit weiß man einfach, wie es in Pforzheim läuft und was man dort alles machen kann. Ich empfehle zum Beispiel gern das Theater oder den Barfußpfad.“ Nicht zuletzt habe sie „ihrer“ Familie ans Herz gelegt, das ältere Kind in einen Schwimmkurs zu schicken – ein Tipp, der schließlich befolgt wurde und dem Jungen heute noch viel Freude bereitet. Die besondere Herausforderung einer Patenschaft liegt laut der Projektkoordinatorin Dagmar Zielinski darin, bestimmte Ansichten der Familie zu akzeptieren und nicht ändern zu wollen. Hierbei gehe es oftmals um kulturelle wie auch soziale Unterschiede.

Auch die Grenzen einer Patenschaft sind klar definiert: „Es geht nicht darum, eine psychologische Fachkraft zu ersetzen. Ein Pate soll für die Familien einfach die Rolle eines Freundes oder des netten Nachbarn übernehmen.“, so der Direktor der Caritas, Frank Johannes Lemke.

Uschi Bähr möchte ihre ehrenamtliche Tätigkeit jedenfalls nicht mehr missen. Sie hat mit ihrer ersten Familie auch nach Beendigung der Patenschaft noch Kontakt: „Als Pate bekommt man von der Familie so viel zurück. Die Mutter ist wie eine zweite Tochter für mich geworden.“