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Scharfe Kritik am Verbot, auf der "City on Ice"-Fläche für die Innenstadt Ost zu werben, äußerte Andreas Sarow am Montagmittag auf dem Marktplatz. Foto: Giesecke
Auf der Eisbahn darf Andreas Sarow nicht für das Projekt Innenstadt Ost werben. Foto: Seibel
PZ-Redakteurin Nina Giesecke im Gespräch mit Andreas Sarow. © Meyer
05.11.2018

"Perfide Winkelzüge": Sarow darf nicht auf "City on Ice"-Fläche für Innenstadt Ost werben - was er scharf kritisiert

Pforzheim. Kurzfristig umdisponieren musste der Pforzheimer Aktionskünstler und Innenstadt-Ost-Befürworter Andreas Sarow: Ab 13.30 Uhr am Montag wollten er und künstlerische Freunde ein sichtbares Zeichen setzen für das umstrittene Millionenprojekt - auf der Fläche von "City on Ice" vor dem Neuen Rathaus. Eigentlich.

Der Haken: Die Veranstaltung war dem Betreiber der Eisbahn auf dem Marktplatz, dem städtischen Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) nur durch die Presseankündigung bekannt. Und WSP reagierte am Montagvormittag auf die nicht angemeldete Künstleraktion prompt.

Bildergalerie: "Künstleraktion" von Andreas Sarow wird von WSP gekippt

[Was Sarow konkret geplant hatte, lesen Sie hier]

Dazu der städtische Pressprecher Philip Mukherjee: "Die von Herrn Sarow geplante ,Aktion' wurde nicht beim Amt für öffentliche Ordnung gemeldet. Der WSP hat aber den Aufruf zur Versammlung ,an der Eisbahn' zum Anlass genommen, um sich als Betreiber der Eisfläche mit Herrn Sarow in Verbindung zu setzen und ihm mitzuteilen, dass der WSP als städtischer Tochterbetrieb die Aktion vor dem Hintergrund des Neutralitätsgebotes und der Verpflichtung zur ,Gleichmäßigkeit der Verwaltung' nicht gestatten kann."

"Wir wollen keine Angriffsfläche bieten und den Gegnern des Vorhabens keine juristische Steilvorlage bieten", sagt Sarow gegenüber der PZ, "es geht mir um Sachthemen". Zum Marktplatz kam er trotzdem - und mit ihm einige Unterstützer.

Sarow kritisiert: "Diese Zensur ist der Hammer"

Die Gründe für das Verbot erläuterte vor Ort auch WSP-Direktor Oliver Reitz. Scharfe Kritik daran äußerte Sarow auch in einem Flugblatt, das er vor Ort verteilte. Darin schreibt er unter anderem "diese Zensur ist der Hammer" - und erklärt: "Ich finde, dass eine positive Abstimmung über die Zukunft dieser Stadt nicht durch rechtliche und perfide Winkelzüge der Gegner beeinflusst werden sollte." Und weiter: "Jetzt wo man merkt, dass die Mehrheit der Pforzheimer diese Veränderung möchte, ist den Gegnern jedes schäbige Mittel recht, um sich durchzusetzen. Schade."

Voraussichtlich werden die Ausschussmitglieder des Gemeinderats am Dienstag eine richtungsweisende Entscheidung in Sachen Innenstadt-Ost treffen. An die Stadträte richtet sich auch das Banner, das Sarow am Freitag am Eckgebäude Schloßberg/Östliche aufgehängt hat - mit dem sarkastisch-provokanten Aufruf: „Dringend gesucht: 21 mutige Stadträte (m/w)“.

Eindrücke von der Veranstaltung auf dem Marktplatz sehen Sie auf den Snapchat- und den Instagram-Kanälen der "Pforzheimer Zeitung". Diese finden Sie dort unter dem Namen pznews.

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