nach oben
Lichtdurchflutet ist der Sitzungssaal im Epfendorfer Rathaus, Aussicht aufs Dorf inklusive. Und er ist einige Nummern kleiner als der Große Sitzungssaal in Peter Bochs neuer Wirkungsstätte Pforzheim. Foto: Frei
Lichtdurchflutet ist der Sitzungssaal im Epfendorfer Rathaus, Aussicht aufs Dorf inklusive. Und er ist einige Nummern kleiner als der Große Sitzungssaal in Peter Bochs neuer Wirkungsstätte Pforzheim. Foto: Frei
Vom schlichten Bürgermeisterbüro in Epfendorf wechselt Peter Boch am 1. August als neuer Oberbürgermeister nach Pforzheim. Seine beiden Grünpflanzen werden mit in die Goldstadt umziehen. Foto: Frei
Vom schlichten Bürgermeisterbüro in Epfendorf wechselt Peter Boch am 1. August als neuer Oberbürgermeister nach Pforzheim. Seine beiden Grünpflanzen werden mit in die Goldstadt umziehen. Foto: Frei
03.06.2017

Peter Bochs letzter Akt in kleiner Runde

Klar, dass der Tagesordnungspunkt „Bürgermeisterwahl 2017“ in dieser Woche bei der ersten Sitzung des Epfendorfer Gemeinderats nach der Wahl seines Bürgermeisters Peter Boch (37, CDU) am 7. Mai zum OB von Pforzheim stand. Am 1. August wechselt er, um einen Vergleich in Kleidergrößen zu wählen, von einer S(Small)-Kommune mit 3400 Einwohnern in allen vier Ortsteilen in die XL(Extralarge-)Goldstadt, in der rund 120.000 Personen leben.

Wenn Boch dann sein Büro im sechsten Stock des Neuen Rathauses bezieht, wird dies im Vergleich zu seinem Amtszimmer in Epfendorf ebenfalls an Größe gewinnen. Steht sein Schreibtisch bisher nebst „Besprechungsecke“ in einem rund 30 Quadratmeter großen Raum, „residiert“ er künftig auf beinahe 60 Quadratmetern nebst Dachterrasse und einem „Séparée“, das Architekt Rudolf Prenzl einst als Rückzugsort für das Stadtoberhaupt mit geplant hatte.

Mag das Bürgermeister-Zimmer in Epfendorf auch etwas spartanisch wirken, so schmückt doch etwas Kunst den Raum nebst zwei Grünpfanzen. „Das wird das Einzige sein, was ich mitnehmen werde“, sagt Boch und lacht.

„Sympathisch, gewinnend, dynamisch, eloquent“, so wurde der Sensationssieger vom Mai 2011 beschrieben, als Peter Boch die Bürgermeisterwahl in Epfendorf mit 65 Prozent der abgegebenen Stimmen gewonnen hatte. Dem Amtsinhaber blieben nicht mal zehn Prozent, dessen Vorgänger war auf 24,3 Prozent gekommen. Warum gerade das kleine Epfendorf, durch das der Wurstbrunnenbach fließt, mit seinen Teilorten Harthausen, Talhausen und Trichtingen, wenn man in Stuttgart wohnt? „Durch meine ehrenamtliche, kommunalpolitische Arbeit dort im Bezirksbeirat West war mir bewusst geworden, dass ich mich noch mehr in den Dienst für unsere Gesellschaft stellen und selbst eine Kommune gestalten will“, antwortet der frühere Polizeibeamte.

Abschied vom Eigenheim

Das war im Jahr 2009. Gemeinsam mit seiner Frau Monika habe er sich dann mehrere Gemeinden angeschaut, in denen Bürgermeisterwahlen anstanden. „Wir haben uns gesagt, es solle maximal ein Radius von rund 100 Kilometern um unseren damaligen Wohnort Stuttgart sein.“ Epfendorf, zwischen Rottweil und Oberndorf gelegen, kannten sie vorher nicht. Doch nach dem Wahlerfolg wurde die Familie (mittlerweile drei kleine Kinder) schnell heimisch.

Nun heißt es also wieder umziehen – zurück in die Großstadt. Abschließende Gedanken über das künftige Domizil – Bochs haben in Epfendorf gebaut – „haben wir uns noch nicht gemacht. Diese Entscheidung hängt auch stark von meiner Frau ab. Sie muss Pforzheim nun erst einmal kennenlernen“, bemerkt der künftige Oberbürgermeister. Der im Vergleich zu bisher, bald in viel größeren Dimensionen denken muss. Rund zehn Millionen Euro beträgt der Jahresetat in Epfendorf, in Pforzheim sind es 500 Millionen Euro. Die Gemeindeverwaltung besteht aus zehn Personen, die Stadt hat derzeit 2264 Beschäftigte. Auch das Thema Schulen, um ein weiteres Beispiel zu nennen, bewegt sich in ganz anderen Regionen. An zwei Ganztagsgrundschulen werden im neuen Schuljahr in Epfendorf 54 (Klasse 3 und 4 gemeinsam) und in Trichtingen knapp 50 Mädchen und Jungen (Klasse 1 und 2, sowie Klasse 3 und 4 gemeinsam) unterrichtet.

Während die Amtseinführung von Oberbürgermeister Peter Boch am 1. August in einer Sondersitzung des Gemeinderats stattfinden wird, steht der Termin seiner Verabschiedung in Epfendorf noch nicht fest. Er wird dort aber bis einschließlich 31. Juli tätig sein, anderntags dann in Pforzheim anfangen, betont er. Seine bisherige Heimatgemeinde muss noch eine Weile warten, bis sie ein neues Ortsoberhaupt haben wird: Der Wahltag wurde wegen der Sommerferien auf den 8. Oktober festgelegt, ein zweiter Urnengang würde am 22. Oktober stattfinden. Ein solcher blieb Boch in der Goldstadt erspart, als er gegen Amtsinhaber Gert Hager (SPD) die absolute Mehrheit erreichte.

Leserkommentare (0)