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Peter Hess hat in der Kleiderkammer der Diakonie alles im Griff. Foto: Seibel
Peter Hess hat in der Kleiderkammer der Diakonie alles im Griff. Foto: Seibel
27.08.2015

Peter Hess stattet in der Kleiderkammer der Diakonie Asylsuchende aus

Pforzheim. Der Stoff, aus dem Experten sind – danach hat das Diakonische Werk für die Betreuung seiner Kleiderkammer am Schloßberg gesucht – und in Peter Hess einen fachkundigen Ehrenamtlichen für diese Aufgabe gefunden. Seit Februar sind er und 19 Mitstreiter an zwei Tagen pro Woche in den Räumen über dem Pfarramt der Michaelsgemeinde damit beschäftigt, mit Dingen, die dem einen überflüssig erscheinen, das Leben anderer zu bereichern.

Als echter Profi in Sachen Kleidung hat der 68-Jährige den anderen Ehrenamtlichen erst einmal einen „kleinen Textillehrgang“ erteilt: Wie hängt man die Sachen ansprechend auf den Bügel, was gibt es zu den Größenverläufen zu wissen – für den ehemaligen Qualitätsprüfer der Firma Klingel eine leichte Übung. „Ich hätte anfangs nie damit gerechnet, dass wir so viele Spenden bekommen“, sagt Hess. Fast seien es zu viele. „Aber ich schicke keinen weg, der hier etwas abgeben will.“ Schließlich sei nicht nur das Angebot groß, sondern auch die Nachfrage.

Über 100 Asylsuchende waren an einem Mittwoch vor Ort, um sich mit Kleidung, Bettwäsche oder Handtüchern einzudecken. „Im Schnitt sind es 50 pro Woche“, sagt Hess. Die erste Ausstattung bekommen die Asylsuchenden geschenkt. Bei jedem weiteren Besuch gibt es etwa Kinderkleidung für 20 Cent pro Stück, Jacken oder Anzüge für zwei Euro. Mit dem Erlös werden Deutschkurse der Diakonie mitfinanziert.

Der Ur-Pforzheimer Hess verbringt seit dem Ende seiner Berufstätigkeit vor drei Jahren einen großen Teil seiner Zeit mit ehrenamtlicher Arbeit. „Es ist schön, wenn man in der Kleiderkammer sieht, wie die Leute sich freuen“, sagt Hess. „Und alle sind furchtbar nett.“ Für den 68-Jährigen steht fest: „Man kann sich für Integration nicht genug engagieren.“ Darum habe er auch schon wieder eine neue Aufgabe im Blick: das Netzwerk „Pro Asyl“ wieder mit mehr Leben zu füllen und so für Ehrenamtliche eine Basis zum organisationsübergreifenden Austausch zu schaffen – und Sportvereine mehr einzubinden. „Um empathische Menschen, die anderen helfen wollen, zusammenzubringen. Damit es nicht nur Einzelkämpfer gibt.“

Spenden können mittwochs von 14 bis 17 Uhr abgegeben werden.

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