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Sie wollen Bürger dafür gewinnen, mit leeren Flaschen Gutes zu tun: Annkathrin Schwämmle von „Ladies’ Circle“ sowie Philipp Dörflinger (links) und Ruben Noske vom Leo-Club.
Sie wollen Bürger dafür gewinnen, mit leeren Flaschen Gutes zu tun: Annkathrin Schwämmle von „Ladies’ Circle“ sowie Philipp Dörflinger (links) und Ruben Noske vom Leo-Club.
24.07.2016

Pfandsammelaktion soll weiteres blaues Brückenband ermöglichen

Pforzheim. Dem Einsatz für Mitmenschen haben sich alle Serviceclubs verschrieben. Ihre jeweiligen Ziele verfolgen die Gruppierungen aber in aller Regel allein. Damit häufiger Seite an Seite gearbeitet wird, geht der Nachwuchs mit gutem Beispiel voran. Er startet eine Geldsammelaktion, neudeutsch Fundraising, die in diesem Fall aber „Pfandraising“ heißen müsste. Leere Flaschen sollen die Kassen füllen, um das zu erreichen, was das Motto dieses Zusammenschlusses verspricht: „Pforzheim schöner machen.“

Annkathrin Schwämmle (23) ist Past-Präsidentin des „Ladies’ Circle“, Ruben Noske (18) führt den Leo-Club Pforzheim-Goldstadt, Philipp Dörflinger (19) ist sein Vorgänger. Sie alle haben im Arbeitskreis der jungen Serviceclubs mit daran getüftelt, wie ein Netzwerk gesponnen werden kann, das möglichst alle Clubs umfasst – ob Lions, Rotarier, Round Table oder Zonta. Voraussetzung für ein Pilotprojekt sei gewesen, dass es alle Clubs mittragen können, dass es der hiesigen Allgemeinheit zugute kommt und dass die Gestaltung des öffentlichen Raums im Mittelpunkt steht, erläutert das Trio.

Sammlung vor Supermärkten

Deshalb soll nun in Kooperation mit dem Verein „Pforzheim mitgestalten“, der bereits etliche Brücken in der Stadt mit blauen Lichtbändern versehen hat, eine weitere Flussquerung zum Leuchten gebracht werden. „Wer über eine solche Brücke geht, hat ein direktes Gefühl der Identifikation“, sagt Dörflinger. Schließlich habe sich „Pforzheim schöner machen“ auf die Fahnen geschrieben, „etwas gemeinsam mit den Bürgern auf die Beine zu stellen und den Wir-Gedanken in der Region zu etablieren“. Angesichts klammer Kassen sei nicht zu erwarten, dass die Stadt in eine Verschönerung des öffentlichen Raums investiert.

Für leere Flaschen wollen die Serviceclubs vollen Einsatz zeigen. Am Samstag, 30. Juli, werden nicht nur Aktive aus den Clubs von Dörflinger, Noske und Schwämmle, sondern auch der Lions-Club Wimsheim und etliche Mitglieder anderer Vereinigungen anpacken.

„Ohne Stress einkaufen“

Und so geht’s: Vor den „Kaufland“-Filialen im Brötzinger Tal, auf der Wilferdinger Höhe und in der Oststadt, bei allen Pforzheimer „Lidl“-Märkten und vor dem „Rewe“-Getränkemarkt in Wurmberg bitten von 9 bis 12 Uhr je drei bis fünf Helfer Kunden darum, ihnen ihr Leergut zu überlassen. „Wir bringen es dann zum Pfandautomaten“, erläutert Schwämmle. Wer die gute Sache unterstützt, könne also „ohne Stress einkaufen gehen und zudem noch nette Gespräche mit engagierten Menschen aus der Region führen“. Der gesamte Erlös fließe in das Projekt – je mehr Geld zusammenkommt, desto größer wird die Brücke sein, die zum Erstrahlen gebracht werden kann. „Aus einem Abfallprodukt kann so etwas sehr Schönes werden – eine die Goldstadt bereichernde Brücke“, sagt Dörflinger.

Die Projektmacher sind zuversichtlich, dass ihre Zusammenarbeit ausgebaut werden kann. Aktionen vor Supermärkten zeitigen bereits Erfolge: Wie Ruben Noske betont, werde der Leo-Club sein Projekt „Ein Teil mehr“ zugunsten des Tafelladens fortführen.

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