nach oben
Viel zu sehen gibt es für Maximilian Mohr (von links), Cidar Shamo, Abdullah Aydin, Charlotte Kriesel und Sanja Cilas in der Maskenbildnerabteilung. Foto: Privat
Viel zu sehen gibt es für Maximilian Mohr (von links), Cidar Shamo, Abdullah Aydin, Charlotte Kriesel und Sanja Cilas in der Maskenbildnerabteilung. Foto: Privat
Im Malersaal ist Julia Lubic fasziniert von einem modellierten Pferd. Foto: Privat
Im Malersaal ist Julia Lubic fasziniert von einem modellierten Pferd. Foto: Privat
Auf Entdeckungstour im Requisitenlager sind (hinten von links) Yasmien Tusek und Valentine Ketterer sowie (vorne von links) Lina Schuler, Indira Ruggiero und Sanja Cilas. Foto: Privat
Auf Entdeckungstour im Requisitenlager sind (hinten von links) Yasmien Tusek und Valentine Ketterer sowie (vorne von links) Lina Schuler, Indira Ruggiero und Sanja Cilas. Foto: Privat
08.03.2018

Pfeifen verboten: Was Weiherbergschüler nach der Führung im Theater wissen

Pforzheim. Ganz viel hat die Klasse 4d der Weiherbergschule hinter den Kulissen des Theaters Pforzheim erfahren: 200 Personen arbeiten dort. Nur etwa 25 davon sind Schauspieler. Es ist das kleinste Drei-Sparten-Theater Deutschlands, das heißt, dort wird geschauspielert, getanzt und gesungen. Die Proben für ein neues Stück beginnen sechs Wochen vor der Premiere. Geprobt wird in kleineren Räumen. Erst kurz vor der Premiere geht es auf die große Bühne. Dann geht meistens erst mal alles schief.

Im Großen Haus gibt es etwa 520 Sitzplätze. Die Bühne dort ist 16 Meter breit und 13 Meter tief. Den vorderen Teil kann man drei Meter weit nach unten absenken, damit unten das Orchester mit 40 Leuten sitzen kann. Im hinteren Teil der Bühne gibt es einen eisernen Vorhang. Er soll die Schauspieler und das Publikum schützen, falls es brennt.

An der Decke gibt es ein großes Gemälde. Es sieht aus wie ein Wasserschaden. Im Podium werden Stücke aufgeführt, bei denen die Schauspieler sehr nah am Publikum sind. Die Stücke sind nicht so bekannt, der Eintritt ist aber günstiger.

„Falko“ ist in dieser Spielzeit das erfolgreichste Stück. Eine Spielzeit entspricht einem Schuljahr, also von September bis August.

Schauspieler sind oft nur zwei Jahre am Theater. Für länger kriegt man nur selten einen Vertrag. Schauspieler haben oft nicht viele Möbel, weil sie so häufig umziehen müssen. Im Theater es gibt eine Schreinerei. Gerade werden große Bühnenbildteile für das Stück „La Cage“ gebaut. Im „Malersaal“ werden die Bühnenbildteile gestaltet und bemalt. Sie sehen aus wie echte Mauern. In der Schneiderei näht eine Frau Glitzer-BHs für Männer. Die müssen sie bei „La Cage“ anziehen. Es dauert etwa 40 Stunden, bis ein Kostüm fertig genäht ist. Genauso lange braucht die Maskenbildnerin, um eine Perücke zu knüpfen. Eine Perücke kostet etwa 1.000 Euro.

In der Maskenbildnerabteilung werden auch falsche Körperteile gemacht. Sie sind aus Silikon. Ein Schauspieler muss manchmal über zwei Stunden geschminkt werden.

Im Theater gibt es viel Aberglaube. Es darf zum Beispiel nicht gepfiffen werden. Das kommt daher, dass Pfeifen früher im Theater auf einen Brand hindeutete. Die Scheinwerfer wurden damals mit Gas betrieben. Der pfeifende Ton der Gaslampen wies darauf hin, dass Sauerstoffmangel herrschte.