nach oben
Die Entwicklung der Stadt im Blick: der Vorsitzende Peter Wagner und Mitglieder von „Pforzheim mitgestalten“ im Gasometer. Foto: Seibel
Die Entwicklung der Stadt im Blick: der Vorsitzende Peter Wagner und Mitglieder von „Pforzheim mitgestalten“ im Gasometer. Foto: Seibel
13.01.2015

„Pforzheim mitgestalten“ macht sich für Mitsprache der Bürger stark

Der Ort war mit Bedacht gewählt. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass ,Pforzheim mitgestalten‘ neue Projekte in der Stadt spürbar unterstützt“, sagt Peter Wagner. Und so trafen sich die Mitglieder des Vereins am Dienstag zum Jahresauftakt an jenem Ort, der in den vergangenen Wochen wie kein anderer für Pforzheims touristisches Potenzial stand: im neuen Gasometer am Enzauenpark, wo derzeit die Panorama-Darstellung „Rom 312“ Yadegar Asisis zu sehen ist.

Das „Leuchtturmprojekt“ steht für den Verein in einem größeren Zusammenhang: der Steigerung von Pforzheims Attraktivität für Besucher insgesamt. Sie hängt aus Wagners Sicht von innerstädtischen Faktoren ebenso ab wie von organisatorischen. Der Vorsitzende mahnt unter anderem eine bessere Vernetzung mit Region und Umfeld an. „Wer aus Schwäbisch Gmünd nach Pforzheim fährt, kommt nicht nur für den Gasometer. Wir müssen ein Tageserlebnis anbieten – und die Angebote in der Stadt mit Highlights in der Region verbinden, zum Beispiel mit Angeboten wie dem Baumwipfelpfad in Bad Wildbad oder dem Unesco-Weltkulturerbe Kloster Maulbronn.“ Auch die Gastronomie müsse einbezogen werden. „Es existiert zwar bereits ein Netzwerk“, sagt Wagner, „aber im Moment ist schlecht erkennbar, wer sich bei Wirtschaft und Stadtmarketing (WSP) dieser Aufgabe widmet.“

Aus städtischer Sicht sei besonders ein schlüssiges Verkehrskonzept wichtig – sowie die Bearbeitung bekannter Baustellen: „Wir fordern WSP und Einzelhandel dazu auf, das längst überfällige Anlieferungskonzept zu entwickeln und umzusetzen“, sagt Wagner mit Blick auf das Thema Warenanlieferung, das Bewohner wie Geschäftsleute in der Innenstadt seit geraumer Zeit umtreibt.

Bürger gestalten mit

Ein „sehr interessantes“ und aus Sicht von „Pforzheim mitgestalten“ zentrales Instrument für die gestalterische Arbeit sind die am Sonntag beim Neujahrsempfang angesprochenen Konzepte eines neuen Gestaltungsbeirats für den öffentlichen Raum sowie eines Projektbeirats der Bürger für Pforzheim-Mitte. „Dort bestünde die Möglichkeit, sich in der Diskussion mit Fachleuten einzubringen. Das wäre sicherlich ein gegenseitiges Geben und Nehmen, mit dem sich Projekte konstruktiv voranbringen lassen.“ Hierfür biete „Pforzheim mitgestalten“ seine aktive Mitarbeit an, so Wagner. „Wir verstehen das als Angebot für aktive Bürgerbeteiligung.“ Die sei in den vergangenen Monaten immer wieder Thema gewesen sei – „aber wie bei der Zerrennerstraße so nicht angekommen.“

Die vielgescholtene provisorische Umgestaltung der Verkehrsachse ist für die Vereinsmitglieder ein Beispiel für die Herausforderungen an die Stadtverwaltung, was die Kommunikation betrifft – und die Fallen, die dabei lauern. „Wenn Dinge offener und nachvollziehbarer kommuniziert werden, kommt das dem Selbstwertgefühl der Stadt zugute“, sagt Wagner. Wichtig sei eine zentrale Kommunikationsstrategie. Diesbezüglich bewerte er den offenen kritischen Umgang mit den Ergebnissen der Arbeit der Verwaltung, wie er von Oberbürgermeister Gert Hager am Sonntag zu hören gewesen sei, positiv.

Für die unmittelbare optische Problematik empfiehlt er mehr Spielraum vor Ort. „Wir würden es begrüßen, wenn ausführende Verwaltungsmitarbeiter Gestaltungsmöglichkeiten bekämen, um den Gesamteindruck auch kurzfristig zu verbessern.“

Leserkommentare (0)