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Schüler der Akademie für Kommunikation zeigen ihre Arbeiten zum Thema „Pforzheimer Zeitzonen“.   Tilo Keller
Schüler der Akademie für Kommunikation zeigen ihre Arbeiten zum Thema „Pforzheimer Zeitzonen“. Tilo Keller
Stefanie Wally liest im DDR-Museum aus der „Akte Luftballon“.
Stefanie Wally liest im DDR-Museum aus der „Akte Luftballon“.
„Tatatatam!“: Kristin Ehrler mit Jan, Alexander, Andrea und Julia (von links).
„Tatatatam!“: Kristin Ehrler mit Jan, Alexander, Andrea und Julia (von links).
21.05.2017

Pforzheim präsentiert sich bunt beim Museumstag

Rund um das DDR-Museum sind Parkplätze Mangelware. Ganz besonders, wenn im Museum eine Veranstaltung stattfindet. So wie gestern, im Rahmen des Internationalen Museumstages. Zuerst gehen Interessierte bei einer Führung durch die Ausstellung, dann nehmen sie Platz, um Stefanie Wally, Autorin der „Akte Luftballon“, zuzuhören. Wally liest aus ihrem Buch, das eine deutsch-deutsche Geschichte erzählt.

Mit Klavierbegleitung macht sie sich auf eine Zeitreise durch die 1970er- und 1980er-Jahre. Wally erzählt ihre eigene Geschichte. Die des Mädchens, das als Sechsjährige einen Luftballon mit einer Karte auf der ihre Adresse notiert ist, auf Reise schickt. Schon nach wenigen Tagen erhält sie Post: Von einem Mädchen aus der DDR. Es beginnt eine Brieffreundschaft, die die Mädchen verbindet. Wally gelingt ein Werk, das zeigt, was es bedeutet, im geteilten Deutschland aufzuwachsen. Und die Autorin liest nicht nur, sie schlüpft auch mal in die Rolle von Nena und singt 99 Luftballons. Volker Römer vom DDR-Museum bilanziert: „Stefanie Wally passt perfekt zum Thema Spurensuche.“

Wenn über die Gernikabrücke 20 auffallend gekleidete Personen gehen, dann ist das ein Hingucker. Besonders, wenn es sich um das Projekt „Pforzheim wird zum Catwalk – Mode wird zum Experiment“ handelt. Schüler der Modeklasse eins und zwei der Agentur für Kommunikation zeigen, teils am eigenen Körper, epochale Stationen der Pforzheimer Stadt in wandelbaren textilen Objekten. Der Wechsel zwischen Silhouetten und Linienführungen stellt den Wechsel der Epochen dar. Die Dozentinnen und Modedesignerinnen Eva Vogt und Sabine Weinbrecht-Weiss betreuen das Projekt und sind stolz auf ihre Schüler. „Wir sehen 250 Jahre mit Elementen des Biedermeier, Empire und den 50er Jahren“, erklären sie. Materialien seien reduziert und Metalle hinzugefügt worden.

Passanten staunen nicht schlecht, als die Schau sich ihren Weg am Robert-Schütt-Haus vorbei zum Stadtpark bahnt. Rund um das Reuchlinhaus gibt es auf der Klang-Spiel-Wiese Instrumente der besonderen Art. Mehr als 30 verschiedene Klang-Wunderwerke können bespielt und ausprobiert werden. Gemeinderat und Stadtjugendring-Mitarbeiter Axel Baumbusch steht beobachtend mittendrin. „Musik verbindet und die begeistert die Menschen.“ Der Pforzheimer Stefan Dasler ist mit seinen zwei Kindern gekommen. Und nicht nur die probieren die Klangwunder aus. Auch der Papa versucht sich. „Ich habe früher Trompete gespielt, das hier macht einfach Spaß. „Tatatatam!“ verbindet einfach.