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Blick in die Zukunft: Zylinderförmige Abfallbehälter wie dieser vor dem Polizeirevier Nord an der Bahnhofstraße könnten zum Standard werden. Foto: Erb
Blick in die Zukunft: Zylinderförmige Abfallbehälter wie dieser vor dem Polizeirevier Nord an der Bahnhofstraße könnten zum Standard werden. Foto: Erb
Gewohnter Anblick: Eckig mit zwei Einwurfschächten und einem separaten Schlitz für Zigarettenstummel sind die herkömmlichen Tonnen, wie sie etwa am Leo stehen.  Foto: Erb
Gewohnter Anblick: Eckig mit zwei Einwurfschächten und einem separaten Schlitz für Zigarettenstummel sind die herkömmlichen Tonnen, wie sie etwa am Leo stehen. Foto: Erb
27.02.2017

Pforzheim setzt auf Testlauf mit modernen Abfalltonnen

Pforzheim. Wer dieser Tage beim Gang durch die Bahnhofstraße seine Kippe, die Brötchentüte oder anderen Abfall loswerden wollte, hat bemerkt, dass die Entsorgung dort derzeit zur runden Sache wird. Nicht die üblichen eckigen, sondern zylinderförmige Behälter stehen in diesem Bereich neuerdings bereit. Die Mülltonnen haben im Wortsinn Modellcharakter. Wie der städtische Sprecher Philip Mukherjee auf PZ-Nachfrage berichtete, handelt es sich bei den nagelneuen Tonnen um einen Testlauf.

Zunächst einmal seien es wohl fünf solcher Behälter, die an der Bahnhofstraße platziert würden – zu begutachten sind sie zum Beispiel nahe dem Kiosk an der westlichen Bahnhofsunterführung und vor dem Polizeirevier Nord.

Kleiner Teil eines großen Wurfs

Mukherjee verweist darauf, dass es einen entsprechenden Antrag der Grünen Liste im Gemeinderat gegeben hat, das bisherige durch ein moderneres Modell zu ersetzen. Dieses Testmodell – ein dunkelgrauer Zylinder mit metallenem Ring, auf dem auch Zigaretten ausgedrückt werden können – sei von den Technischen Diensten, dem Grünflächen- und Tiefbauamt sowie dem Amt für Stadtplanung, Liegenschaften und Vermessung ausgewählt worden, „weil es ein schlichtes, sachliches und zeitloses Design aufweist“, so Mukherjee. Nun solle geprüft werden, ob diese Abfallbehälter, die übrigens schon beim neuen Zentralen Omnibusbahnhof verwendet wurden, künftig auch für die gesamte Innenstadt infrage kommen könnten.

Wie berichtet, hatte die Grüne Liste bereits vor beinahe zwei Jahren, damals noch unter dem Vorsitz der heutigen Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, „Sofortmaßnahmen“ zur Aufwertung der City gefordert. Die Tonnen sind ein erster, aber bei Weitem nicht der einzige Schritt in diese Richtung. Denn in der Zwischenzeit ist – auch im Austausch mit Einzelhändlern und Gastronomen der Innenstadt – ein umfangreiches Konzept erarbeitet worden. Bereits im kommenden Jahr erhält die Fußgängerzone ein neues Gesicht. Weil Fördergelder fließen, muss die Stadt nur zehn Prozent der Gesamtkosten von rund 2,7 Millionen Euro selbst aufbringen.

Die neue Konzeption sieht etwa Sitzgelegenheiten unter den Bäumen, ein optisch möglichst unauffälliges Blindenleitsystem, Leuchtstelen sowie klassisch-schlichte, hochwertige und nicht werbliche Schirme für die Außengastronomie im Mittelstreifen vor. Außerdem soll durch neue Regeln für Lieferanten der Autoverkehr in der Fußgängerzone deutlich reduziert werden.

Welch große Erwartungen die Bürger an die Stadträte und ihr Gestaltungskonzept haben, brachte „Wir in Pforzheim“-Chef Christof Weisenbacher vor wenigen Wochen in einer Sitzung des Planungsausschusses auf den Punkt: „Wenn es nicht gut wird, werden wir wahrscheinlich geteert und gefedert.“ Ein erster Fingerzeig könnten die Reaktionen auf die neuen Tonnen sein.

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