nach oben
Die Arbeit der Verkehrspolizei soll in Pforzheim weiterhin so ablaufen wie bisher - mit dem Unterschied, dass die Direktion jetzt nicht mehr in der Goldstadt
Die Arbeit der Verkehrspolizei soll in Pforzheim weiterhin so ablaufen wie bisher - mit dem Unterschied, dass die Direktion jetzt nicht mehr in der Goldstadt © PZ-Archiv
05.06.2012

Pforzheim verliert auch Verkehrspolizeidirektion

Stuttgart. Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) hat im Zuge der Polizeireform die Standorte der zwölf Verkehrspolizeidirektionen festgelegt. Dabei habe er die Vorschläge der Projektleiter unter Berücksichtigung der regionalen Verhältnisse aufgegriffen, sagte Gall am Dienstag in Stuttgart. Pforzheim geht wieder einmal leer aus. In Zukunft werden alle Polizeiangelegenheiten von Karlsruhe aus gesteuert.

«Die Verkehrssicherheitsarbeit ist und bleibt eine Kernaufgabe der Polizei», betonte Gall. «In der Fläche und auf Bundesautobahnen werden die spezialisierten verkehrspolizeilichen Aufgaben zukünftig unter dem Dach der Verkehrspolizeidirektionen wahrgenommen.» Dass dieses Dach nicht mehr in der Goldstadt stehen wird, war nach dem Aus für den Standort der Polizeidirektion in Pforzheim zu erahnen, gleichwohl es Hoffnungen gab, wenigstens die Verkehrspolizeidirektion zu behalten.

Die Direktionen werden künftig angesiedelt in Stuttgart, Mannheim (für die Region Mannheim und Heidelberg), Weinsberg (Heilbronn, Mosbach, Künzelsau, Tauberbischofsheim), Karlsruhe (Karlsruhe, Pforzheim, Calw), Stuttgart-Vaihingen (Ludwigsburg, Böblingen), Baden-Baden (Offenburg, Rastatt/Baden-Baden), Tübingen (Reutlingen, Esslingen, Tübingen), Heidenheim (Ulm, Göppingen, Heidenheim, Biberach), Freiburg (Freiburg, Lörrach, Waldshut-Tiengen, Emmendingen), Zimmern ob Rottweil (Tuttlingen, Rottweil, Balingen, Freudenstadt, Villingen-Schwenningen) und Sigmaringen (Konstanz, Friedrichshafen, Ravensburg, Sigmaringen). Für die Region Aalen, Waiblingen, Schwäbisch Hall ist als Standort zunächst Kirchberg/Jagst geplant. Ein Umzug nach Baumaßnahmen in Schwäbisch Hall sei denkbar.

Grundlage für den Entscheidungsprozess seien polizeifachliche Aspekte sowie die Liegenschaften gewesen. Besonders berücksichtigt wurden den Angaben nach unter anderem Verkehrswege, die Infrastruktur sowie Schwerpunkte der Verkehrspolizei vor Ort. Mit der Entscheidung werde der «Grundstein für eine effektive und professionelle Verkehrssicherheitsarbeit gelegt», sagte Gall.

Die Präsidien können die Spezialisten der Verkehrsdirektionen zum Beispiel für die Unfallaufnahme und Ermittlungen bei Unfallflucht einsetzen. Der neue Verkehrsunfalldienst entlastet laut Gall den Streifendienst von umfangreichen Ermittlungs- und Schreibarbeiten. Dieser könne seinen eigentlichen Aufgaben somit besser nachkommen. «Der Unfalldienst in den Verkehrspolizeidirektionen wird die Bearbeitung schwerer Verkehrsunfälle übernehmen. Die allgemeine Verkehrsüberwachung hingegen wird nach wie vor von allen Polizeirevieren gewährleistet», kündigte der Innenminister an. dpa

Leserkommentare (0)