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11.05.2009

Pforzheim vor der Wahl: Wo muss etwas getan werden?

Pforzheim verkauft sich gerne als die Goldstadt. Doch vom hellen Schein des Edelmetalls ist nicht überall etwas zu sehen. Wo sehen die Bürger Notstände, wo Handlungsbedarf? Am 7. Juni können sie entscheiden, wer in Zukunft im Rathaus die Probleme der Stadt lösen und neue, zukunftsträchtige Ideen gestalten soll.

Glänzen kann die Stadt mit Schmuckmuseum und Schmuckwelten und bald auch mit dem neuen Kreativzentrum im Kollmar&Jourdan-Haus. Es gibt eine lebendige Hochschule und Besuchermagnete wie Wildpark und Enzauenpark, Stadttheater und Kulturhaus Osterfeld.

OB-Diskussion live auf den PC

PZ-news bringt die Politik zu den Usern. Live-Streaming heißt das Zauberwort. Am Mittwoch können User die Diskussion der Pforzheimer OB-Kandidaten im Kulturhaus Osterfeld live verfolgen – bequem vom eigenen PC aus. Aber: Es handelt sich um ein Experiment, das auch scheitern kann, vor allem wenn es zu viele Zugriffe auf den Live-Stream gibt. Das Live-Angebot finden Sie am Mittwochabend als Top-Artikel auf der Startseite von PZ-news – inklusive Link. Oder Sie gehen direkt auf www.pz-news.de/streaming

Ganz und gar glanzlos sind dagegen die Wirtschaftsdaten der Stadt. Pforzheim hat die höchste Arbeitslosenquote im Land und harrt vergeblich auf einen erfolgreichen Strukturwandel in der Wirtschaft. Viel Gestaltungsspielraum hat die Stadt nicht, denn sie ist hoch verschuldet. Eine Lösung der Verkehrsprobleme, insbesondere in der Innenstadt, ist noch nicht in Sicht. Soziale Probleme in einigen Stadtteilen warten ebenfalls auf schnelle Lösungen.

Und wo sehen die Bürger Notstand und Handlungsbedarf in ihrer Stadt? PZ-news hat eine Umfrage mit der Videokamera gemacht. Auffallend: Das Thema Arbeitslosigkeit liegt vielen Befragten am Herzen. Entweder weil sie selbst davon betroffen sind oder weil sie glauben, dass eine hohe Arbeitslosenquote das gesellschaftliche Leben insgesamt negativ beeinflussen würde. Allerdings meinen viele Bürger, dass die Stadt selbst nicht viel dazu beitragen kann, dieses Problem zu lösen. Andere sehen in einer fehlenden und schon vor 20, 30 Jahren verpassten Umstrukturierung der Wirtschaft den Grund für den wirtschaftlichen Niedergang.

Über die Verkehrssituation schimpfen zwar alle Pforzheimer, aber fast schon in eher resignierendem Tonfall. Kürzlich hat die Stadtverwaltung einen Verkehrsentwicklungsplan angestoßen, aber große Hoffnungen scheint kaum jemand darauf zu setzen. Das gilt noch viel mehr für die Westtangente.

Pforzheim muss schöner werden. Da sind sich fast alle Befragten einig gewesen. Aber wie ist das zu erreichen? Geht es nach der Mehrzahl der in der Fußgängerzone gesammelten Stimmen, dann ist das nicht mit der aktuellen Regulierungswelle zu erreichen, mit der die Verwaltung gerade die Innenstadt säubern will. Die Menschen wollen im Freien sitzen, genießen und entspannen - und das nach Möglichkeit überdacht.

Relativ rasch hat die Idee einer neuen Landesgartenschau im Zentrum der Stadt eine breite Unterstützung im Rathaus gefunden. Vor rund einem Jahrzehnt wurde dieses Projekt noch abgelehnt. Kann solch eine Landesgartenschau die Innenstadt dauerhaft attraktiver machen? Viele Befragte hatten von dem Projekt noch nicht viel mitbekommen, würden darin aber eine Chance sehen, gleichwohl sie an der Finanzierbarkeit zweifeln.

Am 7. Juni ist Wahltag. An diesem Sonntag entscheiden die Bürger, wie ihr Gemeinderat aussehen soll, und wer an der Spitze des Kommunalparlaments stehen wird. Vier Bewerber gibt es bislang für den Oberbürgermeister-Posten. Mit Spannung darf man auch die Wahlbeteiligung erwarten, denn nicht alle von PZ-news Befragten waren sich sicher, ob sie ihre Stimmzettel am 7. Juni abgeben oder lieber durch ein Fernbleiben protestieren wollen.